02.08.12Aurich in Ostfriesland
Dioxin und PCB: Wieder belastete Eier im Handel entdeckt
Betroffen sind Eier, die den Erzeugercode 1 – DE – 0357412 tragen. Der Hof im ostfriesischen Aurich mit knapp 1000 Hennen wurde gesperrt.
Von abendblatt.de
Foto: dapd/DAPD
Erneut wurden mit Dioxin und PCB belastete Eier gefunden
Hannover. Erneut sind mit Dioxin und PCB belastete Eier von einem Hühnerhof in Niedersachsen aus in den Handel gelangt. Die inzwischen gesperrte Ware stamme von einem konventionellen Freilandhof im ostfriesischen Aurich, teilte das Landwirtschaftsministerium in Hannover am Donnerstag mit. Die Belastung war bei einer für den Vertrieb zuständigen Sammelstelle in Nordrhein-Westfalen bei eigenen Kontrollen entdeckt worden. Der Hof mit knapp 1000 Hennen wurde gesperrt. In Nordrhein-Westfalen werden unterdessen die Vertriebswege der bereits in die Regale gelangten Eier untersucht. Beim Verzehr bestehe keine unmittelbare Gesundheitsgefahr, betonte das Ministerium. Die Eier tragen die Codierung 1 – DE – 0357412. (dpa)
DIOXINE wurden spätesten seit dem Unglück von Seveso 1976 als starke Gifte in der Chemieproduktion weltweit bekannt.
Es gibt jedoch insgesamt über 200 verschiedene Dioxine und im Sprachgebrauch meist dazu zählende Furane, deren Gesundheitsgefahr unterschiedlich hoch ist.
Oft liegen mehrere Dioxine gemeinsam in einem Gemisch vor.
Zu den Vergiftungssymptomen zählen Chlorakne, Verdauungs- und Nervenstörungen sowie Gelenkschmerzen.
Das Krebsrisiko von Dioxinen ist umstritten.
Der Mensch nimmt nach Angaben des Umweltbundesamtes (Uba) 90 bis 95 Prozent der Dioxine über die Nahrung auf, vor allem mit Fleisch und Milchprodukten.
Dioxine entstehen bei der Verbrennung verschiedener Stoffe, wenn Chlor anwesend ist – etwa auch bei Waldbränden und Vulkanausbrüchen.
Ihr Grundgerüst besteht aus Kohlenstoffringen, an die Chloratome gebunden sind.
POLYCHLORIERTE BIPHENYLE (PCB) sind ähnlich aufgebaut wie Dioxine.
Auch die insgesamt 209 PCB sind unterschiedlich giftig.
12 davon werden als dioxinähnliche-PCB bezeichnet, da sie diesen von ihrer Struktur her besonders nah sind. PCB wurden etwa für flammfeste Isolierflüssigkeiten, Hydrauliköle, Lacke, Dichtungen und Kunststoffe verwendet.
In Deutschland sind PCB nach Uba-Angaben seit 1989 verboten, ihre Entsorgung sei jedoch weltweit ein Problem.
Eine akute PCB-Vergiftung ist selten. Längerfristig können sie ähnliche Erkrankungen auslösen wie die Dioxine, führen in der Regel jedoch zu schwächeren Symptomen. Sie sind ebenfalls in der Muttermilch nachweisbar.