Darmkeimen im Erfurter Trinkwasser
Messfehler könnte Bakterien-Alarm ausgelöst haben
Jetzt prüfen zwei Institute die Trinkwasserqualität. Dehoga schließt Schadenersatzforderungen für Umsatzeinbußen und Mehrausgaben nicht aus.
Erfurt. Im Fall des Bakterien-Alarms für das Erfurter Trinkwasser scheint eine überraschende Wende möglich. "Es wurde durch die Landesregierung die Vermutung geäußert, es könne sich möglicherweise um Messfehler im Labor in Luisenthal handeln", sagte die Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Landtag, Beate Meißner (CDU), am Donnerstag einer Sitzung des Gremiums in Erfurt. Nur in diesem Labor seien die erhöhten Werte festgestellt worden.
Daher werden fortan an verschiedenen Stellen des Wassernetzes Proben genommen, die unabhängig voneinander in zwei Laboren getestet werden. Ergebnisse lägen jedoch erst in ein bis zwei Tagen vor, sagte sie weiter. Am Montag war der Fund von Darmkeimen im Erfurter Trinkwassernetz bekannt geworden. Laut Gesundheitsministerium bleibt das Abkochgebot, von dem im Raum Erfurt, in den Landkreisen Gotha und Sömmerda etwa 280.000 Verbraucher betroffen sind, bis auf Widerruf bestehen.
Unabhängig vom Grund der Verunreinigungen denkt der Geschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Dirk Ellinger, derweil über Schadenersatzforderung für seine Mitglieder nach. "Wir werden rechtlich prüfen, inwieweit ein Schadenersatzanspruch besteht", sagte er der Nachrichtenagentur dapd. Hotels und Gaststätten hätten wegen der Meldungen zu verunreinigtem Trinkwasser teils erhebliche Mehrausgaben und Umsatzeinbußen. (dapd)













