Lebensmittelskandal
Mit Desinfektionsmittel verureinigtes Gemüse
Gartenbauzentrale in Papenburg nimmt 1,5 Millionen Bio-Produkte vom Markt. Offenbar ist ein illegal bezogenes Pflanzenstärkungsmittel Schuld.
Papenburg. Ein erneuter Lebensmittelskandal scheint keine Gefahren für Verbraucher mit sich zu bringen: Die Gartenbauzentrale in Papenburg (Landkreis Emsland) hat 1,5 Millionen Bio-Produkte, die mit einem Desinfektionsmittel verunreinigt waren, vom Markt genommen. Dazu zählten vor allem Kräutertöpfe, aber auch Salat, Tomaten und Gurken. "Kein Topf, der in den Handel gekommen ist, ist belastet", sagte der Geschäftsführer der Gartenbauzentrale, Karl Voges, am Donnerstag auf dapd-Anfrage in Papenburg.
Das Mittel mit dem Namen Didecyldimethylammoniumchlorid (DDAC) sei Anfang Juni bei einer Eigenkontrolle entdeckt worden und offenbar über ein Pflanzenstärkungsmittel in die Produkte gelangt, fügte Voges an. Acht der genossenschaftlichen Gartenbauzentrale angeschlossene Betriebe seien vorsorglich gesperrt und die zuständigen Behörden informiert worden. Alle betroffenen Produkte sollen vernichtet werden. Voges nannte den DDAC-Fund eine "Sauerei". Das Pflanzenstärkungsmittel sei in den USA produziert und über einen Biohandel aus Deutschland bezogen worden. Er vermute "kriminelle Energie" hinter der Beimischung.
Das Unternehmen hatte sich gerade erst von der EHEC-Krise des vergangenen Jahres erholt. Gurken waren damals fälschlicherweise als Auslöser in Verdacht geraten. Daraufhin mussten allein mehr als drei Millionen Gurken aus Papenburg vernichtet werden. Den Schaden für die angeschlossenen Betriebe bezifferte Voges auf eine Million Euro. Die Gartenbauzentrale Papenburg produziert nach eigenen Angaben jährlich etwa 35 Millionen Gurken und 70 Millionen Topfkräuter. Sie ist damit eine der größten Erzeugergemeinschaften Deutschlands. Die Produkte werden europaweit vermarktet. Mitglieder sind 50 bäuerliche Betriebe aus der Region Emsland/Ostfriesland. (dapd)











