12.06.12

Lebensmittel

Beeren statt Botox: faltenfreier Teint dank guter Ernährung

Nicht nur viel Pflege, ausreichend Schlaf und wenig Sonne sorgen für strahlendes Aussehen. Auch viele Lebensmittel sind wahre Anti-Aging-Produkte.

Von Britta Schmeis
Foto: picture alliance / dpa-tmn/Diagentur
Iss Dich schön _ Frischer und faltenfreier Teint dank Beeren
Je dunkler, desto besser: Beeren haben eine hohe Schutzwirkung gegen freie Radikale

München. Tomaten statt Tagescreme und Möhren statt Make-up: Viele Lebensmittel sind echte Schönmacher, die teure Cremes und aufwendige Behandlungen überflüssig machen. Allerdings: "Lebensmittel sind keine Medikamente, die von heute auf morgen wirken", sagt der Ernährungsexperte und Buchautor Hans Lauber aus München. Statt kurzfristigem Effekt hätten viele Lebensmittel aber vorbeugende und vor allem nachhaltige Wirkung.

"Das bedeutet, dass es nie zu spät ist, damit anzufangen, um die Hautalterung etwas aufzuhalten und für einen strahlenden Teint zu sorgen", ergänzt Michaela Axt-Gadermann, Dermatologin und Professorin für Gesundheitsförderung an der Hochschule Coburg. Sie erläutert: "Dass zu viel Alkohol, wenig Schlaf, aber auch fettiges Essen der Haut schadet, wissen die meisten, dass es aber viel mehr Lebensmittel gibt, die der Haut gut tun, nur wenige."

Denn die Hautalterung habe viel mit Entzündungen unter der Haut zu tun, und die ließen sich bestens mit entsprechenden Naturprodukten und somit am Ursprung bekämpfen. "Fleisch, Wurst oder andere tierische Nahrungsmittel sind Faltenbeschleuniger, weil sie Arachidonsäure beinhalten, die auch in unserem Körper gebildet wird, wenn wir Omega-6-Fettsäure-haltige Nahrungsmittel wie Margarine und Sonnenblumenöl essen", erklärt Prof. Axt-Gadermann. Gleiches gelte für freie Radikale, die sich durch Sonnenlicht, Rauchen und falsche Ernährung vermehren und die Zellen angreifen.

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Doch es gibt auch Gegenspieler: "Eine sehr hohe Schutzwirkung gegen freie Radikale, also viele Antioxidantien, haben Beeren. Und dabei gilt: je dunkler, desto besser", erklärt Hans Lauber. So habe ein Glas Holundersaft das Schutzpotenzial von 14 Gläsern roten Traubensafts und 55 Gläsern Apfelsaft, wie Axt-Gadermann ausführt. Gleichzeitig deckt schon eine kleine Menge saurer Beeren den Tagesbedarf an Vitamin C, was die Elastizität der Haut verbessert und die Verdauung fördert. So halten die Anthocyane in den Beeren die Gefäße elastisch und schützen die Zellen vor freien Radikalen.

Enorme Schutzwirkung habe beispielsweise auch Spinat: 100 Gramm beinhalte das Schutzpotenzial von 240 Gramm Rucola und 1900 Gramm Salatgurken. Auch Brokkoli sei ein Wundermittel mit fast medizinischer Wirkung, sagt Lauber. Ebenso wie viele andere grüne Gemüsesorten, die dank ihres hohen Vitamin-B-Gehalts kleine Entzündungen lindern und damit ebenfalls für einen frischen Teint und gesunde Haut sorgen. Lauber schwört außerdem auf den Schönmacher der Models: Grüner Tee.

Und dann gibt es noch die Zaubermittel Karotinoide, die vor allem in Tomaten und Möhren vorhanden sind. Sie wirken nicht nur der Hautalterung entgegen und sorgen für ein frisches Aussehen, sondern haben auch Sonnenschutzqualitäten. "Die meisten Menschen vergessen, dass sie tagtäglichen der Sonne ausgesetzt sind, und cremen sich im Alltag nicht mit Sonnencreme ein", sagt Axt-Gadermann. Der regelmäßige Verzehr von Tomaten- und Karottenprodukten liefere einen Lichtschutzfaktor von Vier. Damit ersetzten Karotten und Tomaten nicht komplett die Sonnencreme, bieten aber einen Grundschutz für jeden Tag und zwischendurch. Das schafften gekochte Möhren und Tomaten besser als das rohe Gemüse.

Karotten sorgen zudem für einen frischen Teint, wie man häufig bei Babys feststellen kann, deren erste feste Nahrung meist Möhrenbrei ist. "Karotinoidhaltige Obst- und Gemüsesorten sorgen für einen rosigen bis hellgelben Teint, weil sich die Karotinoide in hoher Konzentration in der Haut ablagern", erklärt Axt-Gadermann. Und diese rosige Hauttönung empfänden viele Menschen instinktiv als attraktiver als ein sonnengebräuntes Gesicht, wie Wissenschaftler der Universitäten Bristol und St. Andrews mit einer Studie belegt haben.

Zu einer gesunden Ernährung gehören auch Kohlenhydrate und Fette. "Beides braucht unser Körper", sagt der Oecotrophologe Harald Seitz vom Verbraucherinformationsdienst aid in Bonn. Bei den Kohlenhydraten sei darauf zu achten, dass Vollkornprodukte sie liefern. Sie versorgen den Körper ebenso wie Obst und Gemüse mit reichlich Ballaststoffen. "Die sorgen für eine regelmäßige Verdauung, die ebenfalls eine Voraussetzung für schöne Haut ist", sagt Seitz. Außerdem sollte man besser zu Omega-3-Fettsäuren greifen, die im hohen Maße etwa in Walnuss- und Rapsöl enthalten seien.

Proteine, also Eiweiß, halten nicht nur die Hautalterung auf, sondern können kleine Hautschäden reparieren. "Unsere Haut besteht aus Kollagen, das aus Proteinbausteinen aufgebaut wird", erklärt Seitz. Kollagen ist notwendig für den Aufbau und die Erneuerung der Körperzellen. "Sauermilchprodukte wie Joghurt, Molke und Buttermilch sind ideal, weil sie wenig Energie liefern, dafür aber viel Protein und Kalzium, und gleichzeitig noch satt machen", erklärt der Oecotropholge Seitz.

Zu einem frischen Teint trägt aber auch die innere Ausgeglichenheit und Zufriedenheit bei. "Deswegen sollte man die Ernährung niemals zu verkniffen und dogmatisch sehen", rät Prof. Axt-Gadermann. Entscheidend sei die Ausgewogenheit und dass man wisse, was einem gut tue und was nicht. "Natürlich macht eine Portion Pasta satt und glücklich. Und wenn man dazu ordentlich Tomatensoße isst, macht sie auch noch schön."

(dpa)
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