09.05.12"Dampfer"-Debatte
Bundesinstitut: E-Zigaretten aus Nichtraucherzonen verbannen
Laut Institut seien Gefahren für Nichtraucher beim Passivrauchen nicht auszuschließen. Der Dampf könnte durch verschiedene Stoffe gefährlich sein.
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Bei der E-Zigarette wird kein Tabak verbrannt. Nikotin und andere Stoffe werden "verdampft". Genau dieser Dampf könnte laut Bundesintitut für Risikobewertung auch schädlich für Passivraucher sein
Berlin. Ein Rückschlag für Befürworter der E-Zigarette: Sie soll nach Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) in Nichtraucherzonen verboten werden. Gefahren für Passivraucher seien nach heutigem Kenntnisstand nicht auszuschließen, urteilte das BfR.
Grund: E-Zigaretten können mit einer Vielzahl verschiedener, teils auch selbst gemischter Flüssigkeiten bestückt werden, die dann in der Zigarette verdampfen und über die Atemluft der Raucher in die Umgebung gelangen. Oft sei unklar, was genau ein- und ausgeatmet wird. "Das Rauchen von E-Zigaretten sollte nur in Raucherzonen erlaubt sein", so BfR-Präsident Prof. Andreas Hensel am Montagabend.
+++Gericht: "E-Zigarette ist kein Arzneimittel+++
Gesundheitliche Risiken könnten laut Institut nicht nur durch das Nikotin, sondern auch durch das Vernebelungsmittel Propylenglycol, diverse Chemikalien, Duft- und Aromastoffe entstehen. Zudem gebe es Hinweise aus der Fachliteratur, dass bestimmte Fabrikate auch krebserzeugende Aldehyde freisetzen. Das BfR empfiehlt daher, E-Zigaretten auch im privaten Bereich wie herkömmliche Zigaretten zu behandeln und Kinder, Kranke oder Schwangere dem Dampf nicht auszusetzen.
Ganz entscheidend für den Erfolg ist Ihre Motivation: Wie sicher sind Sie, dass Sie aufhören wollen? Ohne festen Willen geht es nicht. Auf
www.rauchfrei.de
finden Sie einen Selbsttest, der zeigt, wie stark Ihre Absicht wirklich ist.
Mit der Schlusspunkt-Methode haben Sie die besten Chancen, von den Kippen loszukommen. Klingt einfach, ist aber eine echte Herausforderung an Willenskraft: Sie hören von einem Tag auf den anderen auf. Den Konsum langsam reduzieren funktioniert leider nicht. Denn Nikotin macht süchtig, und jede Kippe feuert die Sucht aufs Neue an.
Suchen Sie sich Gleichgesinnte, die auch nicht mehr rauchen wollen. In der Gruppe können Sie sich gegenseitig unterstützen. Ebenfalls zur Begleitung zu empfehlen sind Entwöhnungsprogramme, die viele Hausärzte anbieten, Nichtraucherkurse (bei der Krankenkasse nachfragen) oder Online-Chats (z.B.
www.ohnerauchen.de
).
Bereiten Sie sich auf den ersten Tag ohne Zigarette gut vor: Überlegen Sie genau, in welchen Situationen Sie gerne aus Gewohnheit rauchen und was Sie stattdessen machen können. Statt Zigarette nach dem Essen z.B. Zähne putzen, Pfefferminz lutschen, gleich den Tisch abräumen und einen Verdauungsgang um den Block machen.
Stellen Sie Ihre Ernährung um. Am besten noch bevor Sie aufhören, sollten Sie auf fettarme Kost achten und viel Obst und Gemüse essen. Und machen Sie Sport. So vermeiden Sie, dass Sie ohne Zigaretten zunehmen.
Hilfreich für die ersten Tage sind Nikotin-Kaugummis. Dann ist das Verlangen nach dem Suchtstoff am größten. Auch Akupunktur kann den Entzug unterstützen.
Belohnen Sie sich anfangs jeden Tag fürs Durchhalten. Sie sparen bares Geld durch Ihren Entschluss und können dafür CDs, Bücher oder Kinokarten kaufen.
Machen Sie einen Bogen um Süßigkeiten – greifen Sie lieber zu Obst. Viele frischgebackene Nichtraucher haben in der ersten Zeit oft Süßhunger.
Seien Sie kritisch mit Methoden, die müheloses Aufhören versprechen. Meist kosten sie viel und bringen nichts. Ohne Ihr Zutun ist der Rückfall programmiert.
Ein interaktives Ausstiegsprogramm und Info-Broschüren zum Download für Ausstiegswillige bietet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) auf
www.rauchfrei-info.de
. Unter
www.anbieter-raucherberatung.de
, einem Internetangebot der Bundeszentrale in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum können Sie nach seriösen Anbietern von Nichtraucherkursen in Ihrer Nähe suchen und bekommen Infos zu bewährten Rauchstopp-Methoden.
(dpa)