26.04.12

Bezahlen mit Plastikgeld

Tipps für den Umgang mit Giro- und Kreditkarte

Zu einem Girokonto gibt es in der Regel auch eine Girokarte, mit der man bezahlen kann. Doch beim Einsatz sollten Verbraucher aufpassen.

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Neue Kreditkarten von Visa und Mastercard, die mit der neuen Funktechnik NFC ausgestattet sind, können laut einem Fernsehbericht per Funk ganz einfach mit einem Handy ausspioniert werden
Nutzer von Giro- und Kreditkarten sollten einige Sciherheitshinweise beachten

Berlin. Ob Kredit- oder Girokarte: Viele Verbraucher setzen auf Plastikgeld. Vor allem bei etwas größeren Beträgen zücken Kunden vermehrt die Karte: Nach Angaben des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes in Berlin zahlen fast 44 Prozent der Verbraucher Rechnungen zwischen 50 und 100 Euro mit Kredit- oder Girokarte. Schließlich ist die Kartenzahlung einfach und bequem. Allerdings sollten Verbraucher mit ihren Karten sorgsam umgehen.

Dem Einsatz der Karten sind theoretisch keine Grenzen gesetzt. "Generell kann jeder Betrag mit Karte bezahlt werden", erklärt Sylvia Schönke von der Verbraucherzentrale Brandenburg. "Viele Händler verlangen aber einen Mindestbetrag." Allerdings sollen bald auch kleine Beträge schnell und einfach mit der Karte bezahlt werden können. In einem Pilotprojekt testet die Deutsche Kreditwirtschaft derzeit im Großraum Hannover ein kontaktloses Bezahlverfahren. Der Vorteil: Für die Zahlung muss die Karte nur vor einen Terminal gehalten werden. Geheimzahl oder Unterschrift sind nicht nötig.

+++Hackerangriffe auf Kreditkarten+++

+++Pilotprojekt: Neues Bezahlsystem im Raum Hannover+++

Bei Beträgen ab 20 Euro müssen die Kunden aus Sicherheitsgründen weiterhin ihre PIN im Kopf haben oder sich mit Unterschrift ausweisen. "Die Geheimnummer wird beim Electronic Cash-Verfahren der Deutschen Kreditwirtschaft, eine Unterschrift bei den Lastschriftverfahren des Handels gefordert", erklärt Tanja Beller vom Bundesverband deutscher Banken. "Bei ersterem findet nach Eingabe der PIN eine Online-Anfrage an die Bank statt, die Deckung des Kontos wird geprüft." Beim Lastschriftverfahren hingegen gibt der Kunde mit seiner Unterschrift die Einwilligung, dass der Rechnungsbetrag vom Konto abgebucht werden darf.

Oft entscheidet das Zufallsprinzip über PIN oder Unterschrift. Beim Bezahlen mit Kreditkarte hängt es davon ab, welche Kombination von Karte und Terminal aufeinandertreffen. "Die PIN-Eingabe ist bei zunehmend mehr Terminals in Deutschland erforderlich", so Ulrich Binnebößel vom Handelsverband Deutschland (HDE).

Doch trotz PIN oder Unterschrift – vollkommen sicher sind die Karten nicht. Immer wieder versuchten Kriminelle an die geheimen Daten zu gelangen, erklärt die Verbraucherzentrale NRW. Bei den als Skimming bezeichneten Straftaten werden oft Geldautomaten in den Bankfilialen manipuliert. Die Betroffenen bemerken den Betrug vielfach erst, wenn das Konto schon leergeräumt ist.

Doch Kunden können sich schützen, denn manchmal genügt schon ein genauer Blick auf das Gerät. Sei am Karteneinzug ein wackliger Vorbau angebracht, sollten Kunden am besten einen Bankmitarbeiter informieren, empfehlen die Verbraucherschützer. Bei der Eingabe der PIN sollte zudem die Tastatur mit der Hand verdeckt werden. So könnten die Daten weder von einer anderen Person, noch von einer heimlich installierten Kamera abgefangen werden.

Kunden sollten zudem regelmäßig einen Blick auf ihre Kontoauszüge werfen. "Nicht plausible Umsätze sollten sie umgehend bei ihrer Bank reklamieren", empfiehlt Tanja Beller. "Lastschriften lassen sich in der Regel bis zu sechs Wochen nach Rechnungs- oder Quartalsabschluss zurückgeben." Kommt es zu einem Schaden, richtet sich die Haftungshöhe nach den zwischen dem Karteninhaber und der Bank vereinbarten Allgemeinen Geschäftsbedingungen.

Karte nach Verlust sofort sperren lassen

Bei einem Verlust sollten Kunden ihre Karte sofort sperren lassen, um einen Missbrauch auszuschließen. "Am besten ist es, entweder direkt beim Kreditinstitut anzurufen oder die zentrale Sperrnummer 01805/ 02 10 21", sagt Tanja Beller vom Bundesverband deutscher Banken in Berlin. Außerdem bieten viele Kreditinstitute die Sperrrufnummer 116 116 an. Für Kreditkarten gibt es eigene Sperrnummern. Hilfreich ist ein SOS-Infopass mit allen wichtigen Telefonnummern. Möglich ist, die Karte vorübergehend sperren zu lassen. Hat man sie dann wiedergefunden, kann die Sperrung wieder aufgehoben werden.

Vorsicht vor starken Magnetfeldern

Starke Magnetfelder können Karten mit Magnetstreifen beschädigen. "Daher sollten sie beispielsweise nicht direkt neben einem Handy aufbewahrt werden", erklärt Tanja Beller vom Bundesverband deutscher Banken. "Am besten ist die Karte im Portemonnaie und in einer kleinen Plastikhülle geschützt." Auch ID-Karten, wie sie viele Unternehmen nutzen, können die Bezahlkarte beeinträchtigen.

So schützen Sie Ihre Kreditkarte
Wie verbreitet ist der Datendiebstahl durch Betrüger?
Das Abgreifen von Daten und der Betrug mit Kreditkarten- und Kontoinformationen ist einer der am stärksten wachsenden Kriminalitätszweige. Das Bundeskriminalamt verzeichnete 2009 einen drastischen Anstieg auf 22.963 Fälle von Computerbetrug, 35 Prozent mehr als im Vorjahr.
Der Betrug mit illegal erlangten Zahlungsdaten nahm demnach um 6,1 Prozent auf 70.918 Fälle zu. Kreditkarten-Informationen seien längst eine "Handelsware im Internet", sagt Nora Basting vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).
Kann man sich überhaupt davor schützen, dass die eigenen Daten gestohlen werden?
Der Verbraucher kann vorbeugend nichts tun, außer grundsätzlich möglichst sparsam mit seinen persönlichen Daten umzugehen. Wer im Internet Dinge kauft, muss darauf vertrauen, dass der Händler oder Anbieter sorgsam mit den Informationen umgeht. Wer einen Internet-Shop dubios findet, sollte von einem Kauf besser absehen.
Was kann man grundsätzlich tun?
Der Datendiebstahl beim Elektronikriesen Sony im April 2011 zeigt, dass Informationen nirgends vollkommen sicher aufgehoben sind. BSI-Expertin Basting rät Nutzern deshalb, nur so viele Daten zu hinterlassen wie unbedingt nötig.
"Wir raten nicht grundsätzlich davon ab, Kreditkartendaten anzugeben", sagt sie. Vorsicht sei bei Passwörtern angebracht: Selbstverständlich solle man nicht ein und dasselbe Passwort überall benutzen – sonst kann sich ein Hacker viel zu schnell Zugang zu den unterschiedlichsten Internetdiensten verschaffen.
Thomas Schlüter, Sprecher des Zentralen Kreditausschusses, erklärt: "Kreditkartenabrechnungen sollte man sehr genau prüfen." Bei verdächtigen Abbuchungen sollten sich Kunden sofort mit ihrer Bank in Verbindung setzen.
Wer muss zahlen, wenn ein Betrüger mit gestohlenen Kreditkartendaten einkauft?
Der Kunde kann aufatmen. "Für Schäden aus möglichen Manipulationen muss er nicht haften", sagt Schlüter. Die Kosten übernehme die Bank.
Was tun die Unternehmen zum Schutz vor Missbrauch der Daten?
Unternehmen können den Kreditkartenfirmen melden, wenn sie wissen, dass ihnen Kundendaten abhandengekommen sind. Die Information wird dann an die Banken weitergeleitet. Die muss dann entscheiden, ob sie die Karte sperrt und austauscht oder erst einmal unter besondere Beobachtung stellt.
Generell überwachen die Kreditkartenfirmen den Zahlungsverkehr. Wer erst in Berlin und kurz darauf in Kanada etwas mit ein und derselben Karte bezahlt, könne schon mal einen Anruf vom Kundencenter bekommen, um zu klären, ob alles mit rechten Dingen zugeht, sagt Schlüter.
(dpa)
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