14.04.12

London 2012

Olympische Spiele: Segelduelle vor Südengland

Deutsche Sportler, darunter ein Lübecker, haben Medaillenchancen bei den Segel-Wettkämpfen - und Fans können relativ unkompliziert dabei sein.

Von Tatjana Pokorny
Foto: Sailing Team Germany
Der Lübecker Simon Grotelüschen gehört zu den Favoriten der Laser-Klasse
Der Lübecker Simon Grotelüschen gehört zu den Favoriten der Laser-Klasse

Zuletzt waren Olympische Spiele nicht so einfach zu erreichen: Sydney, Athen und China machten das "Dabei sein ist alles" schwierig bis unmöglich. Mit Blick auf England sieht die Lage anders aus: Selten waren die Rahmenbedingungen so günstig. Die olympische Segelregatta findet vom 29. Juli bis zum 11. August statt - der Anfang liegt sogar noch in den Hamburger Schulferien (21. Juni bis 1. August).

Knapp 400 Seglerinnen und Segler aus 60 Nationen kämpfen zwischen Weymouth und der Halbinsel Portland in zehn olympischen Disziplinen um 30 Medaillen. In voraussichtlich neun Disziplinen werden deutsche Teilnehmer am Start sein. Manche von ihnen haben nach einem medaillenarmen Jahrzehnt sogar Hoffnungen auf Podiumsplätze. Allen voran der Lübecker Lasersegler Simon Grotelüschen, der am Osterwochenende die olympische Saison mit einem Weltcupsieg eröffnet hat.

Auch die Hamburger Seglerinnen Kathrin Kadelbach und Friederike Belcher sowie die Kieler 49er-Crew Tobias Schadewaldt und Hannes Baumann haben sich im Wintertraining steigern können. Mit ihren dritten Plätzen in Weltklassefeldern beim Weltcup vor Palma de Mallorca zeigten sie, dass sie in Bestform zum erweiterten olympischen Favoritenkreis zählen.

+++ Informationen rund um olympische Regatta +++

Mit Medaillenchancen treten in den anspruchsvollen südenglischen Gewässern auch die Berliner Starboot-Segler Robert Stanjek und Frithjof Kleen wie RS:X-Surfer Toni Wilhelm an. Zum Team gehören weiterhin Surferin Moana Delle, Laser-Radial-Steuerfrau Franziska Goltz und die junge bayrische 470er-Mannschaft Ferdinand Gerz und Patrick Follmann. Vielleicht gelingt es der einen oder anderen Mannschaft, die Zehnjahres-Bilanz des Deutschen Segler-Verbandes (DSV) mit nur einmal Bronze aufzupolieren.

Wer Lust und Zeit hat, kann das olympische Segelspektakel im pittoresken Südengland selbst erleben. Die Gastgeber rechnen mit 60 000 bis 100 000 Besuchern pro Tag. Am 5. August könnten es mehr als doppelt so viele werden. Dann kämpft Großbritanniens Segelsuperstar Ben Ainslie im Medaillenfinale der Finn-Dinghi-Segler um seine vierte Goldmedaille, die ihn zum erfolgreichsten Olympiasegler aller Zeiten machen würde.

Ein zweistündiger Flug (Tickets nach London gibt es noch) und eine knapp dreistündige Bahnfahrt von Waterloo direkt nach Weymouth führen ins Herz des olympischen Segelsports. Alternativ geht es in einer Tagesreise mit dem Auto nach Calais in Frankreich, und von dort durch den Tunnel oder per Fähre über den Kanal nach England und ein paar Stunden weiter in Richtung Weymouth und Portland. Noch gibt es in Weymouth Unterkünfte ab 70 Pfund (85 Euro) pro Nacht.

Die 63 000 Tickets für die olympische Segelregatta (20 bis 55 Euro) sind dagegen längst ausverkauft. Zuschauen kann man aber trotzdem, und das fast genauso gut wie auf den nur per Eintritt erreichbaren Grüns der erhöhten Burganlage "The Nothe Fort and Gardens". Die natürliche Sportarena am Strand vor der Kulisse des Georgianisch geprägten Weymouth fasst 15 000 Besucher. Der Eintritt ist frei.

Die Gastgeber präsentieren hier auf zwei gigantischen Bildschirmen (jeweils 64 Quadratmeter Fläche) Live-Bilder der BBC von den Regattabahnen, dazu Höhepunkte von anderen olympischen Sportstätten. Gleichzeitig können Teile der Wettfahrten vom Strand aus mit dem Fernglas beobachtet werden. Für Unterhaltung sorgt ein Kulturprogramm, bei dem die Besucher auch maritime Sportarten wie Segeln, Kanufahren oder Rudern ausprobieren können. Am Strand und in den nahe gelegenen Straßen laufen das Bayside Festival und der "Maritime Mix" mit Freilichttheater, Multimedia-Festival, Bands und internationalen Künstlern.

Fünf bis zehn Auto- oder 20 Fahrradminuten entfernt von Weymouth liegen das olympische Segelzentrum und das olympische Dorf auf der Halbinsel Portland. Sie sind Besuchern nicht oder nur mit besonderer Akkreditierung zugänglich. Dennoch lohnt sich die Fahrt nach Portland, denn von den Ufern der Ferieninsel aus lassen sich einige der Wettfahrten sehr gut verfolgen.

Bleibt die Option, auf eigenem Kiel nach England zu reisen. Noch gibt es Kapazitäten in den Häfen und Marinas von Weymouth und Portland. Liegeplätze müssen schriftlich und möglichst bald gebucht werden. Für eine Yacht bis 15 Meter Länge werden im olympischen Zeitraum umgerechnet knapp 22 Euro pro Meter und Tag fällig, mehr als dreimal so viel wie zu anderen Zeiten.

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