18.02.12

Vorsorge

Damit Sie auch morgen kräftig zubeißen können

Je älter sie werden, desto mehr Löcher haben die meisten Menschen im Gebiss. Doch Vorsorgemaßnahmen können helfen, es lange gesund zu erhalten.

Foto: picture alliance/chromorange
Zahnpflege
Strahlendes Lächeln und schöne Zähne: Damit das lange so bleibt, sollte man zweimal im Jahr zur Vorsorge gehen

Schon mal was vom "Club der Cariesfreien" gehört? Nein? Dann zählen Sie zu den 99 Prozent der Hamburger, denen die Mitgliedschaft verwehrt würde. Nur Erwachsene mit einem "naturgesunden Gebiss" ohne eine einzige zahnärztliche Sanierung dürfen diesem Klub beitreten.

Trotzdem gibt es keinen Grund, den Kopf jetzt hängen zu lassen: Immerhin haben Sie gute Chancen, auch noch im hohen Alter mit Ihren "gefüllten", aber eigenen Zähnen, zubeißen zu können. Allerdings müssen Sie dafür eine gewisse Umsicht und Sorgfalt im Umgang mit ihrem Gebiss an den Tag legen.

Die Frage ist, woher kommt überhaupt das Loch im Zahn? Die Ursache dafür ist Karies, eine kohlehydratmodifizierte Infektionskrankheit. Sie entsteht, wenn Bakterien die Nahrungsreste im Mund, besonders Zucker, aufnehmen und als aggressive Säure wieder ausscheiden. Diese Milchsäure greift als Erstes die Mineralkristalle des Schmelzes an. Je länger sie dort verweilen kann, desto besser kann sie eindringen. Zu sehen sind dann kreidig-weiße Flecken auf dem Zahn, auch Initialkaries genannt.

Dieser schmerzlose Zustand kann leicht durch Fluoridbehandlungen behoben werden. Der Zahnschmelz ist zwar die härteste Substanz, die der Körper bildet, aber da er keine lebenden Strukturen enthält, kann er sich nicht regenerieren.

Bleibt jedoch Initialkaries unbemerkt, dringt die Karies in das sogenannte Dentin, das Zahnbein, vor. Das ist weicher als der Schmelz, was der Karies rasche Verbreitung ermöglicht und erste Zahnschmerzen verursacht. Geht man jetzt immer noch nicht zum Arzt, dringt die Karies in das Zahnmark vor und führt dann zur durchdringenden Zahnfäule, der sogenannten "Caries penetrans", bei der das Loch bereits die Mundhöhle erreicht hat.

Das sieht nicht nur scheußlich aus, es tut auch höllisch weh. Der Zahn kann absterben und die Entzündung weitergehen bis in die Wurzel und den Knochen. Im schlimmsten Fall bildet sich dabei ein eitriger Abszess, der beim Aufplatzen in die Blutbahn gelangen kann, was in früheren Jahrhunderten häufig tödlich endete.

Doch wie lassen sich die von den bis zu einer Milliarde Bakterien pro Milliliter Speichel verursachten Zahnschäden nun am besten beheben? Karies entsteht vorrangig in jungen Jahren und hinterlässt so einen geschädigten Zahn, der im Laufe des Lebens wahrscheinlich mehrere Male behandelt wird. Bei jeder erneuerten Füllung geht mehr Zahnsubstanz verloren. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt, die zweimal jährlich von der Krankenkasse bezahlt werden, können das Schlimmste verhindern helfen.

Bereits bei Durchbruch der ersten Zähne des Erwachsenengebisses empfehlen Experten bei einer zerklüfteten Zahnoberfläche deren Versiegelung, am besten kombiniert mit einer intensiven Fluoridierung. Kleinste Risse und Fissuren werden somit geschlossen, und die Kariesanfälligkeit kann damit um 90 Prozent vermindert werden. Statistisch gesehen hat nämlich der erste Backenzahn mit Abstand am häufigsten Kariesbefall. Bis zum Alter von 18 Jahren ist das Versiegeln eine kassenärztliche Leistung.

Wenn nun doch bereits ein Loch im Zahn ist, hat der Patient die Wahl zwischen den Materialien Amalgam, Gold, Glas-Ionomer-Zementen, Kompomeren, Kompositen (Kunststoffen), Keramik und Zirkon.

Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen nur Amalgamfüllungen, bei allen anderen muss der Patient den Differenzbetrag selbst aufbringen.

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