11.02.12

Boote & Meer

Wissen, woher der Wind weht

Verschiedene Dienste liefern auf Abruf ausführliche Seewetter-Informationen für Laptop und Smartphone

Von Angelika Hillmer
Foto: Marcelo Hernandez
Seewetteramt berät Segler

Mit Eisgang haben Freizeitskipper eher selten zu kämpfen, schließlich begeben sie sich meist erst im späten Frühjahr auf die Boote. Doch auch im Sommer kann das Wetter manchen Segeltörn, motorisierten Bootsausflug oder eine Paddeltour durchkreuzen, das Vorankommen und die Sicherheit an Bord gefährden. Deshalb gehören Seewetter-Informationen zur Törnplanung. In den vergangenen Jahren ist die Angebotspalette deutlich gewachsen.

Der Klassiker sind die Seewetterberichte des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Sie werden traditionell für die verschiedenen Reviere an der deutschen Nord- und Ostseeküste per UKW-Seefunk gesendet. Ein entsprechendes Empfangsgerät vorausgesetzt, sind die Berichte ganzjährig um 9.45, 12.45 und 16.45 Uhr, im Sommer zusätzlich um 7.45 und 19.45 Uhr auf verschiedenen Frequenzen zu hören (die Vorhersagen für Elbe und Weser auf dem Kanal 24). Das Navtex-System verbreitet weltweit nautische Nachrichten, sie werden von kleinen Empfängern automatisch angezeigt. Und auch mit einem normalen Radio lassen sich Seewetterberichte und Sturmwarnungen hören, im Deutschlandfunk, Deutschlandradio Kultur und NDR Info.

Doch im Computer- und Handyzeitalter geht noch mehr. Für das Mobiltelefon bieten beispielsweise der DWD und der private Kieler Dienst WetterWelt aktuelle Daten per SMS an. "Tausende Kunden erhalten von uns bis zu zweimal täglich Basisdaten wie mittlere Windstärke, Böen, Seegang und das Wetter für die kommenden drei Tage", sagt Meeno Schrader. Der Meteorologe und passionierte Segler gründete 1999 den Beratungsdienst WetterWelt, bedient Regatta-Crews und Berufsschifffahrt, vor allem aber Freizeitsportler auf dem Wasser.

Wer es genauer wissen will, einen Laptop an Bord und einen Internetzugang hat, kann sich vor Törnbeginn beim DWD und bei WetterWelt ein Software-Programm herunterladen, das Karten für die jeweils gewünschten Seegebiete beinhaltet. Während der Reise werden gegen Gebühr die aktuellen Wetterdaten abgerufen und auf dem Bildschirm mit den Karten kombiniert. Die Wetterlage lässt sich in unterschiedlichen Darstellungen anzeigen. Zu ihnen gehören Windfelder (eingezeichnete Windrichtung und -stärke) sowie farbige Markierungen von Gebieten mit bestimmten Seegangshöhen oder von Regionen, in denen die Gefahr von starken Böen besonders groß ist. Auch lässt sich die persönliche Routenplanung in die Karten integrieren.

Ein Familienvater, der besonders viel Sicherheit will, sei ein typischer Kunde des DWD-Service SEEWIS, sagt Thomas Bruns, der beim Seewetteramt an der Bernhard-Nocht-Straße die Seeschiffsberatung leitet. Für die kurzfristige Törnplanung können zusätzliche Informationen sehr hilfreich sein, betont der Meteorologe: "Viele Segler nutzen die vorherrschenden Westwindwetterlagen, um möglichst weit nach Osten zu segeln. Bestenfalls kippt dann das Wetter und beschert Ostwinde für eine angenehme Rückfahrt. Für die Entscheidung, wie weit man nach Osten segeln sollte, um ein mühseliges Zurückkreuzen zu vermeiden, ist es zuträglich, die Wetterlage zu kennen, und nicht nur drei Tage, sondern eine Woche nach vorn schauen zu können."

"In der Deutschen Bucht ist es im Frühjahr und Herbst unerlässlich, sich eingehender mit dem Wetter zu beschäftigen", sagt Meeno Schrader. "Und wer mit dem Charterschiff Mallorca oder auf eigenem Kiel Bornholm umrunden will, möchte wissen, ob er besser rechts- oder linksrum segelt." Naturgemäß hält Schrader seine Produkte der GRIB-View-Serie für besser als die Hamburger Konkurrenz: "Unsere Darstellungen sind kleinräumiger als die des DWD, wir versenden sehr kleine Datenpakete und erzielen mit einer Kombination von verschiedenen Vorhersagemodellen eine hohe Trefferquote."

Ein weiteres Plus des privaten Anbieters ist die Tatsache, dass er Software für alle gängigen Betriebssysteme vorhält. Dagegen braucht der DWD-Service SEEWIS einen Windows-PC - eine Aktualisierung ist nicht geplant.

Beide Dienste bieten kurzzeitige Abonnements an, etwa für den Urlaubstörn. So kostet die DWD-Ausgabe SEEWIS-regional 35,70 Euro für einen Monat, das Softwarepaket Cruising Premium plus von WetterWelt und die dazugehörige Datenlieferung 39,80 Euro für dieselbe Zeitspanne.

Doch das funktioniert nur, wenn sich an Bord Daten aus dem Internet empfangen lassen. Viele Häfen bieten inzwischen WLAN an. Ein zweiter Weg ist der Datentransfer mittels UMTS-Stick. Auch er benötigt Küstennähe. Teurere Alternativen, die auch auf See funktionieren, sind das Iridium-Satellitentelefon oder das altbewährte System Inmarsat.

Wer dem Wetter auf den Grund gehen will, sollte zuvor herausfinden, welches Angebot individuell am besten passt und mit welcher Technik der Dienst bezogen werden kann. Für angehende Hobbymeteorologen bietet WetterWelt im Februar und März zudem Seminare an. Damit die Skipper später wissen, woher der Wind weht.

Weitere Informationen unter

www.dwd.de

www.wetterwelt.de

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