Agrarmesse
Genussreise Grüne Woche - aber auch Proteste angekündigt
Das Landleben ist wieder zu Gast in Berlin. Die weltgrößte Agrarmesse ist eine kulinarische Entdeckungsreise und ein Branchentreff.
Brachenvertretern und dem ganz normalen Publikum wird auf der Grünen Woche eine kulinarische Erlebnisreise geboten
Foto: picture alliance / dpa/dpa-Zentralbild
Berlin. Kühe, Erntemaschinen und Kartoffelsorten - zur Grünen Wochen hält das Landleben Einzug in Berlin – mit einer gehörigen Portion Folklore. Mehr als 1600 Aussteller zeigen vom 20. Januar an, was Landwirtschaft, Ernährungsbranche und Gartenbau in gut 60 Ländern zu bieten haben. Die weltgrößte Agrarmesse ist für die Besucher eine kulinarische Entdeckungsreise, für die Fachwelt ein Testmarkt und ein bedeutender Branchentreff, zunehmend auch ein politisches Forum. Die Messe begleiten zahlreiche Tagungen und Diskussionen.
Ein dominierendes Thema zeichnet sich noch nicht ab. Im vergangenen Jahr stand die Messe ganz im Zeichen des Skandals um dioxinverseuchte Lebensmittel, derzeit entwickelt sich eine Debatte über Antibiotika in der Tierhaltung. Sicher ist, dass abseits des Messegeländes wieder Bauern aus dem Bundesgebiet für eine sozialere und ökologischere Landwirtschaft demonstrieren werden. Unter dem Motto „Wir haben es satt! Bauernhöfe statt Agrarindustrie“ wollen sie durch das Regierungsviertel ziehen.
Für sie dürfte es Berührungspunkte mit dem parallel zur Messe organisierten Agrarministergipfel geben. Dabei wollen bis zu 50 Ressortchefs von allen Kontinenten der Frage nachgehen, wie die wachsende Weltbevölkerung ernährt werden kann und trotzdem nachhaltiges Wachstum der Landwirtschaft machbar sein könnte.
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Die deutschen Bauern sind vor Messebeginn „vorsichtig optimistisch“, wie es der Bauernverband formuliert. Er rechnet in diesem Jahr mit stabilen Agrarmärkten. Die Grüne Woche ist zum Jahresauftakt ein wichtiges Stimmungsbarometer.
In den 26 Messehallen am Funkturm erwarten die Veranstalter an den zehn Messetagen wieder mehr als 400 000 Besucher. Der Biotrend bleibt dabei ein wichtiges Thema, auch sogenannte fair gehandelte Produkte spielen zunehmend eine Rolle. Die bei Besuchern traditionell beliebte gemeinsame Präsentation der Bundesländer in einer Halle gibt es nicht mehr, weil einige Länder nicht mehr mitziehen. Dafür setzt die Messe auf eine „Straße der Länder“ durch mehrere Hallen. Länder wie Bayern und Brandenburg füllen ganze Hallen allein aus.




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