Studie

Tägliche Aspirin-Einnahme birgt hohes Risiko für Senioren

Die regelmäßige Einnahme von blutverdünnenden Mitteln birgt große Gefahren für über 75-Jährige.

Foto: imago stock&people / imago/Westend61

Die regelmäßige Einnahme von blutverdünnenden Mitteln birgt große Gefahren für über 75-Jährige.

Aspirin und ähnliche Mittel sind für Menschen über 75 Jahren gefährlicher als bisher gedacht. Sie können Magenblutungen verursachen.

Oxford.  Zum Schutz vor Herinfarkt und Schlaganfall nehmen über 75-Jährige regelmäßig Aspirin ein – damit haben sie ein deutlich höheres Risiko, an Magenblutungen zu sterben, als bisher angenommen. Das zeigen Ergebnisse der Oxford Vascular Study der britischen Oxford University, die jetzt im Fachblatt "The Lancet" veröffentlicht wurden.

In Europa und den USA nähmen zwischen 40 und 66 Prozent der Senioren im Alter von 75 oder älter täglich Aspirin oder ein ähnliches blutverdünnendes Mittel zum Schutz vor Herzinfarkt und Schlaganfall. Das damit verbundene Risiko für Blutungen vor allem im Magen-Darm-Trakt sei schon lange bekannt.

Viele starben an auftretenden Blutungen

Die neuen Ergebnisse, für die 3166 zwischen 2002 und 2012 wegen Herzinfarkt oder Schlaganfall im Universitätsklinikum Oxford behandelte Patienten beobachtet wurden, zeige aber ein bislang ungeahntes Risiko für über 75-Jährige. Viele starben an auftretenden Blutungen.

Die Autoren empfehlen nun für die älteren Patienten die zusätzliche Verschreibung von sogenannten Protonenpumpen-Inhibitoren (PPI) als Magenschutz. Bislang sei das nicht gängig, da die Risiken von Aspirin für Ältere möglicherweise unterschätzt und mögliche Nebenwirkungen von PPI als schwerwiegender eingeschätzt worden seien. (alir)

© Hamburger Abendblatt 2017 – Alle Rechte vorbehalten.