29.10.11

Fahrräder stehen auf Platz eins vor Handys und Brillen

Von Friederike Ulrich

Im Zentralen Fundbüro der Stadt Hamburg werden jährlich bis zu 50 000 Fundsachen registriert und verwaltet, die auf öffentlichen Wegen, in Grünanlagen, U-Bahnen oder Museen verloren wurden. Nur 25 Prozent der Gegenstände werden von ihren Besitzern wieder abgeholt. Den Rest versteigert Ralf Heitmann nach sieben Monaten.

Hamburger Abendblatt:

Herr Heitmann, was kommt bei Ihnen am häufigsten unter den Hammer?

Ralf Heitmann:

Auf der Liste ganz oben stehen Fahrräder. In diesem Jahr waren es bereits mehr als 1750 Stück, die für durchschnittlich 40 Euro abgegeben wurden. Für diese Räder gilt: gekauft wie besehen, sie werden vorher nicht auf Fahrtüchtigkeit überprüft. Anders ist das bei der großen Frühjahrsversteigerung jedes Jahr im April: Die Fahrräder sind von unseren Mitarbeitern überholt und kosten im Schnitt 140 Euro. Trotzdem ist die Auktion mit 200 bis 400 Besuchern ein großer Publikumsmagnet. Auf Platz zwei liegen Handys. In diesem Jahr habe ich bislang 1030 Stück versteigert. Brillen stehen mit rund 500 Stück an dritter Stelle.

Sie versteigern aber sicher auch noch andere Dinge ...

Heitmann:

Na klar! Uhren, Digitalkameras und Schmuck, Regenschirme, Spielzeug und iPods. Wegen der Menge an Fundsachen versteigere ich vieles gebündelt - da lohnt es sich, sich mit Freunden oder Verwandten zusammenzutun. Uhren im Vierer- oder Achterpack bringen je nach Marke acht bis 200 Euro, gute Digitalkameras im Viererpack 250 bis 300 Euro, ein großer iPod mit 120 Gigabyte vielleicht 150 Euro. Kleidung versteigere ich kofferweise. Dabei ist es üblich, dass ein Koffer mit Bekleidung einer Sorte gefüllt ist. Einer beispielsweise mit Handschuhen, einer mit Damenkleidung in verschiedenen Größen, ein anderer mit Mützen. Für einen Koffer mit Kleidung bekomme ich etwa 90 Euro, es sind meist Händler, die sich dafür interessieren.

Nach welchen Kriterien richten sich die Schritte, in denen geboten wird?

Heitmann:

Das richtet sich nach dem Betrag, zu dem versteigert werden soll. Liegt dieser zwischen zehn und 20 Euro, wird in Ein-Euro-Schritten geboten, zwischen 20 und 50 Euro sind es Zwei-Euro-Schritte. Bis 100 Euro wird in Fünfer-, zwischen 100 und 300 Euro in Zehner- und bis 500 Euro in 20er-Schritten erhöht. Danach erhöhen sich die Gebote in 50-Euro-Schritten.

Hatten Sie auch schon einmal Skurriles unterm Hammer?

Heitmann:

Ja, bei einer Saalversteigerung gab es mal eine Badewanne mit Sprudeldüse aus einem Haus in der Herbertstraße. Die ging für zehn Euro weg. Wir hatten auch schon Waschmaschinen und Couchgarnituren, die im Hafen vom Lkw gefallen sind.

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