Energiepreise
Ökostrom wird nur geringfügig teurer
Trotz ehrgeiziger Ausbauziele für alternative Energien sollen die Preise im kommenden Jahr nur wenig ansteigen. Langfristig sollen sie sinken.
Ökostrom soll im kommenden Jahr nur gerungfügig teurer werden
Foto: dpa
Berlin. Verbraucher müssen trotz der ehrgeizigen Ziele bei der Energiewende im kommenden Jahr nur etwas mehr für die Förderung von Strom aus Sonne, Wind und Biomasse bezahlen. Die Umlage, die über den Strompreis bezahlt wird, steigt von 3,53 auf 3,589 Cent pro Kilowattstunde, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa am Mittwoch aus Branchenkreisen. Damit werden diese Mehrkosten für die Energiewende
2012 auf unter fünf Euro pro Durchschnittshaushalt und Jahr begrenzt. Bei einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden würden nur 2,50 Euro mehr im Jahr fällig. Die Brutto-Umlage insgesamt macht bei diesem Verbrauch nach Angaben des Vergleichsportals „toptarif“ etwa 150 Euro im Jahr aus.
Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte im Juni im Bundestag versprochen, die Umlage solle nicht über ihre heutige Größenordnung hinaus steigen. „Langfristig wollen wir die Kosten für die Vergütung des Stroms aus erneuerbaren Energien deutlich senken“, so Merkel. Vertreter der Energiebranche hatten Kosten von 3,8 bis 4 Cent pro Kilowattstunde für 2012 erwartet, weil der Bau gerade von neuen Solaranlagen weiter stark zunimmt und das Konto vor der Bekanntgabe der Umlage für 2012 mit 711 Millionen Euro im Minus war.
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In der Branche wurde von einer „politischen Umlage“ besprochen - eine deutliche Steigerung hätte die Energiewende möglicherweise in Misskredit gebracht. Doch da ab 2013 hunderte energieintensive Unternehmen von der Umlage weitgehend befreit werden und sich die Kosten auf weniger Schultern verteilen, könnten die Kosten dann entsprechend steigen.
Betreiber von Biogasanlagen, Windparks oder Solaranlagen bekommen auf 20 Jahre garantierte Vergütungszahlungen, die deutlich über dem Marktpreis liegen. Den Zuschlag zahlen alle Stromverbraucher über eine Umlage, die von Rot-Grün im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zur Ankurbelung des Ökoausbaus im Jahr 2000 festgelegt worden war. Die Vergütungssätze werden regelmäßig angepasst. Zuletzt sanken vor allem die Kosten für Solarmodule durch die Konkurrenz aus China drastisch – hier könnte die Förderung 2012 um rund 15 Prozent gekappt werden.
Seit 2000 wurden rund 65 Milliarden Euro an Vergütungen für Ökoenergie gezahlt – 2010 waren es 12,1 Milliarden. Das Umlagekonto wird verwaltet von den vier Übertragungsnetzbetreibern, die aufgrund der installierten Leistung und der erwarteten Stromproduktion immer bis Mitte Oktober die Umlage für das nächste Jahr veröffentlichen. Um Minusstände beim Konto zu vermeiden, soll in Zukunft ein Geldpuffer eingebaut werden, der die Umlagekosten weiter treiben könnte.
Der Präsident des Bundesverbands erneuerbare Energien, Dietmar Schütz, führte die immer noch recht hohe Umlage, die rund zwölf Prozent des Strompreises ausmacht, vor allem auf die zahlreichen Ausnahmeregelungen zurück: „Für den erneuten Anstieg ist die Politik verantwortlich“, sage er. Sie habe unter anderem Ausnahmeregelungen für die energieintensive Industrie erweitert, eine teure Marktprämie eingeführt und den Netzbetreibern zusätzliche finanzielle Rücklagen zugestanden. Damit steige die Belastung der Verbraucher unnötig an.




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