Der Profi-Tipp
Waschanlage für Yachten
Hamburg. Die neue Segelsaison ist schon in Sicht. Zeit, sich um das eigene Boot zu kümmern. Zu den zentralen Aufgaben der Vorbereitung zählen Reinigung und Pflege des Unterwasserschiffes. Da stellt sich schnell die Frage nach einem neuen Anstrich.
Auf der Suche nach dem perfekten Antifouling gilt es, biologisch verträgliche Farben zu finden. Zwar ist die eingeschränkte Verwendung von Bioziden bis 31. März 2013 vertagt, weil das Umweltbundesamt mit den notwendigen Prüfungen und Beurteilungen nicht so schnell vorangekommen ist wie ursprünglich geplant, doch möchte man die Umwelt ja selbst so wenig wie möglich belasten. Eine clevere neue Idee dazu haben die Kollegen der "Yacht" entdeckt: Eine Waschstraße für Boote!
In Bremerhaven wird derzeit die erste deutsche Reinigungsanlage für Unterwasserschiffe von Yachten erprobt. Diese Variante birgt aus meiner Sicht einen interessanten Weg in die biozidfreie Zukunft. Mit diesem Ziel zumindest hat der österreichische Konstrukteur Bernd Christof die Anlage in Bremerhaven entwickelt. Christof selbst sagt, das regelmäßige Waschen in der Anlage sei - übers Jahr gerechnet - nicht teurer als ein neuer Antifouling-Anstrich. Einmal waschen kostet etwa 10 Euro pro Bootsmeter, pro Vorgang also durchschnittlich 100 Euro, und ist umweltfreundlicher als das jährliche Anstreichen.
Die Waschstraße wird laut Aussage des Betreibers gut angenommen. Ihre tatsächlichen Möglichkeiten wird man aber sicherlich erst nach mindestens einem Jahr Testzeit realistisch beurteilen können. Die Idee jedenfalls gefällt mir jetzt schon.
Eine Art Vorläufer des innovativen Konzepts habe ich bereits im November auf der britischen Seglerinsel Isle of Wight im Hafen von Cowes gesehen. Dort gibt es ein mobiles Trockendock für Yachten, mit dessen Hilfe Boote aus dem Wasser genommen werden können, um dann - allerdings noch in Handarbeit - gereinigt zu werden.










