Der Profi-Tipp
Winterzeit ist Bastelzeit
Wenn Sie ein treuer Leser dieser Seite sind, dann erinnern Sie sich vielleicht daran, dass ich im März 2008 einmal über die damals ganz neuen, leichten "Beschläge" an Bord von Booten berichtet habe. Fasern statt Metall - schon damals ging es um Schlaufen aus hochfester Dynema-Faser, die immer öfter Metallbeschläge und ähnliche Verbindungen zwischen Tauwerk und Segeln ersetzen. Solche Schlaufen wiegen 60 bis 80 Prozent weniger als ein Schäkel - sie bieten aber die gleiche Festigkeit und Sicherheit. Als sie noch neu auf dem Markt waren, funktionierten sie allerdings noch mit einer Art Metallknebel, den Rigger und Takler für eine sichere Verbindung eingefügt haben. Inzwischen aber lässt sich das System leicht in Eigenregie herstellen, und es wird immer öfter nicht nur auf Regattayachten, sondern auch auf Fahrtenbooten genutzt. Der allerneueste Trend ist die komplette Eigenproduktion dieser so genannten Softschäkel, die mit Hilfe eines klassischen - ich gebe zu - nicht ganz leicht zu knüpfenden Diamantknotens entstehen. Der Diamantknoten (Anleitungen finden sich im Internet, sogar bei Wikipedia) verbindet die beiden Enden der Schlaufe des Tauwerks (zu kaufen im Fachhandel, ideal sind für diesen Zweck hochfeste Dynema Fasern der großen Tauwerkhersteller wie Liros oder Gleistein) und lässt dadurch einen fest geschlossenen Ring entstehen. Dabei funktioniert der Diamantknoten als Knebel beim Verschließen des neuen Softschäkels Marke Eigenbau, wenn man ihn um ein Rohr oder ähnliches herumlegt und den selbst gemachten Knoten am Ende durch das verbleibende Auge drückt. Je nach gewünschter Bruchlast kann man mit unterschiedlich starkem Material experimentieren: dünneres für leichte, dickeres für schwerere Belastungen. Versuch macht klug - und bereichert die vorweihnachtliche Bastelzeit um einen wirklich sinnvollen Beitrag, der in der nächsten Saison ganz sicher zum Einsatz kommen wird.









