Tanzen oder Kegeln bei künstlichem Gelenk sinnvoll

Eine schmerzende Hüfte nach dem Aufstehen oder Schmerzen im Knie, wenn man nach längerem Sitzen losläuft: Das können die ersten Anzeichen einer Arthrose sein. "Im Frühstadium zeigt sich eine Arthrose vor allem im sogenannten Anlaufschmerz", sagt Christoph Eichhorn, Vorsitzender des Deutschen Orthopäden-Verbandes (DOV). Arthrose, im Volksmund als Gelenkverschleiß bezeichnet, ist in Deutschland weit verbreitet. "Etwa jeder fünfte Deutsche über 60 Jahren leidet an einer behandlungsbedürftigen Kniearthrose und rund jeder zehnte an einer Hüftarthrose", sagt Prof. Klaus-Peter Günther, Direktor der Klinik und Poliklinik für Orthopädie am Universitätsklinikum Dresden und Präsident der Arbeitsgemeinschaft Endoprothetik (AE) in der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie.

Wenn alle konservativen Behandlungsmethoden –Physiotherapien oder Medikamente – ausgeschöpft sind, entscheiden sich viele Patienten deswegen für einen künstlichen Gelenkersatz. Mit dieser sogenannten Endoprothese wollen sie Mobilität und Lebensqualität zurückgewinnen. "Pro Jahr bekommen rund 140.000 Patienten ein neues Knie- und rund 190.000 ein neues Hüftgelenk", sagt Günther. "Viele Patienten wollen wieder sportlich aktiv sein." Er verweist auf eine Studie, nach der 80 Prozent aller befragten Patienten mit einer Endoprothese weiter Sport treiben möchten. "Grundsätzlich hat Sport einen positiven Einfluss. Deswegen raten wir den Patienten dazu." Bewegung stärke nicht nur Muskeln und Durchblutung, sie erhöhe auch das psychosoziale Wohlbefinden des Patienten.

Empfehlenswert seien alle Sportarten ohne Sturzgefahr und Stoßbelastungen. "Uneingeschränkt raten kann man zu Radfahren auf dem Ergometer, Kegeln, Golf, Gesellschaftstanz, Wandern, Nordic-Walking oder Schwimmen", sagt Günther. Wer lieber Reiten, Skilaufen oder Tennis im Doppel spielen möchte, sollte mit seinem Arzt reden. Abzuraten sei von Fußball, Handball, Basketball, Kampfsportarten, Tennis im Einzel oder Squash, da es bei diesen zu schnellen Richtungswechseln und Stoßbelastungen komme.