17.01.13

Weltgrößte Agrarmesse Grüne Woche gestartet – Bauern optimistisch für 2013

Grüne Woche - Vorschau

Foto: dpa

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Am Donnerstagabend gab Ilse Aigner den Startschuss für die Grüne Woche. Davor wurde schon bekannt: Lebensmittel dürften teurer werden.

Berlin. In Berlin begann am Donnerstagabend die 78. Ausgabe der weltgrößten Agrarmesse Grüne Woche. Zehn Tage lang zeigen 1630 Aussteller aus 67 Ländern Produkte und Trends aus Landwirtschaft, Ernährungsindustrie und Gartenbau. Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) gab den Startschuss zu der Schau, zu der die Veranstalter bis zum 27. Januar mehr als 400.000 Besucher erwarten.

Die Branche zeigt sich schon vor ihrem Jahresauftakt optimistisch. Anders als in manchen Vorjahren beherrscht kein Lebensmittelskandal die Debatten. Deutsche Produkte finden in Europa und darüber hinaus immer mehr Abnehmer, der Export treibt die Umsätze in die Höhe. Höhere Kosten für Rohstoffe, Löhne und Energie machen Lebensmittel nach Branchenerwartungen in diesem Jahr teurer.

Landwirtschaft und Ernährungsindustrie hatten am Mittwoch Aufschläge von bis zu drei Prozent angekündigt. Damit wollen sie höhere Kosten für Löhne, Energie und Rohstoffe ausgleichen. Ob die Preise im Supermarkt ähnlich stark steigen, ist unklar. Im Lebensmittelmarkt herrscht ein scharfer Wettbewerb.

"Die Zeiten, als Lebensmittel ein Inflationshemmer waren, sind möglicherweise vorbei", sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied. Die Steigerungen blieben aber moderat. Der Handel dämpfte die Erwartungen der Ernährungsbranche. Preise bildeten sich am Markt, betonte der Sprecher des Bundesverbands des Deutschen Lebensmittelhandels, Christian Böttcher. "Das entscheidet der Wettbewerb."

Im vergangenen Jahr waren die Verbraucherpreise für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke nach Angaben des Statistischen Bundesamts um gut drei Prozent gestiegen. Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) sagte den Dortmunder "Ruhr Nachrichten" (Mittwoch): "Zwar sind die Lebensmittelpreise in Deutschland im vergangenen Jahr stärker gestiegen als die Inflationsrate, doch sind Lebensmittel bei uns immer noch deutlich preisgünstiger als in den meisten Nachbarländern."

Deutschlands Landwirte gehen zuversichtlich in ihren Jahresauftakt in Berlin. "Die Agrarmärkte entwickeln sich stabil", sagte Bauernpräsident Rukwied. Lebensmittel aus Deutschland seien in der EU und zunehmend darüber hinaus gefragt. Auch die Ernährungsindustrie wächst derzeit durch den Export: Der Branchenumsatz stieg im vergangenen Jahr um 4,1 Prozent auf 170 Milliarden Euro. Dabei kletterte der Exportanteil um 31 Prozent auf 53,4 Milliarden Euro.

Verbraucherschützer monierten derweil die vielen Lücken im Lebensmittelrecht, die Herstellern Spielraum für täuschende Verpackungen und die ungenaue Kennzeichnung von Zutaten ließen. Rukwied und der Vorsitzende der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie, Jürgen Abraham, verteidigten ihre Branchen gegen Kritik, die wachsenden Exporte drängten Unternehmen etwa in Drittweltländern aus dem Markt.

((dpa))