28.12.12

Ernährung

Tafeltrauben oft mit Pflanzenschutzmitteln belastet

Neben der Überschreitung von Grenzwerten wurden auch nicht zugelassene Pestizide festgestellt. Verstöße wären vermeidbar gewesen.

Foto: pa/chromorange
Rebstock mit Riesling Trauben, Kobern Gondorf, Untermosel...
Ein Grund für die hohe Beanstandungsquote ist wohl, dass einige der einheimisch angebauten Trauben zur Weinbereitung dem Verbraucher unerlaubterweise zum Direktverzehr, also als Tafeltrauben, angeboten werden

Stuttgart. An Tafeltrauben sind nach wie vor häufig Rückstände von Pflanzenschutzmitteln zu finden. Wie Verbraucherschutzminister Alexander Bonde (Grüne) am Freitag in Stuttgart mitteilte, wurden bei Kontrollen neben der Überschreitung von Grenzewerten auch nicht zugelassene Pestizide festgestellt.

Es sei sehr unerfreulich, dass sich die Situation – insbesondere bei konventionellen Tafeltrauben – nicht verbessert habe, sagte Bonde. "Zwar ist keine der beanstandeten Proben als gesundheitlich bedenklich einzustufen. Trotzdem liegen hier klare Verstöße gegen das Lebensmittelrecht vor, was sehr ärgerlich ist, weil diese leicht zu vermeiden wären."

Die Lebensmittelüberwachung hat 90 konventionell und 26 biologisch erzeugte Proben unterschiedlicher Herkunft auf Rückstände von etwa 600 Pestiziden untersucht. Bio-Trauben fielen dabei nicht negativ auf. Hingegen wurden 9 Prozent der konventionellen Proben wegen Überschreitung der Grenzwerte beanstandet. Darunter war deutlich mehr einheimische Ware (21 Prozent) als ausländische Ware (fünf Prozent).

Ein Grund für die hohe Beanstandungsquote ist den Angaben des Ministeriums zufolge, dass einige der einheimisch angebauten Trauben zur Weinbereitung dem Verbraucher unerlaubterweise zum Direktverzehr, also als Tafeltrauben, angeboten werden.

Für Tafeltrauben gelten laut Mitteilung jedoch teils strengere Grenzwerte als für Keltertrauben, weil bei diesen Schalenreste mit anhaftenden Pestiziden bei der Verarbeitung entfernt werden. Um die Winzer noch stärker für die Probleme zu sensibilisieren will das Ministerium die Beratung verstärken.

(dpa)
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