25.12.12

Volkskrankheit

Wissenschaftler identifizieren Gicht-Gene

Schmerzen, Deformierungen, Entzündungen: Gicht ist eine Qual. Forscher haben jetzt Gen-Varianten gefunden, die die Krankheit beeinflussen.

Foto: dpa
Schweinebraten
ARCHIV - ILLUSTRATION - Ein Teller mit zwei Stücken Schweinebraten und einem Knödel. Wenig Fleisch essen raten Ärzte Patienten, die zu Gichtanfällen neigen

Freiburg. Wissenschaftler haben zahlreiche Gicht-Gene entdeckt. Die identifizierten Gen-Varianten gingen mit einem erhöhten Harnsäurespiegel einher und beeinflussten somit das Entstehen von Gicht, wie Anna Köttgen vom Universitätsklinikum Freiburg erläuterte. An der im Fachmagazin "Nature Genetics" veröffentlichten Studie war ein internationales Team aus mehr als 220 Forschern beteiligt. Sie werteten das Erbgut von rund 140 000 Menschen weltweit aus.

Gicht ist eine Störung des Harnstoffwechsels. Sie führt dazu, dass zu viel Harnsäure im Körper bleibt und schmerzhafte Entzündungen an den Gelenken auslöst. Auch die Nieren können geschädigt werden. Dass Gicht in vielen Fällen erblich bedingt sein kann, ist bekannt.

Auf Basis der 28 identifizierten Risikofaktoren sei beispielsweise ein besseres Verständnis der Krankheitsmechanismen als Ausgangspunkt für neue Arzneien oder für eine bessere Vorbeugung von Gicht möglich, sagte Köttgen. "Das Problem ist, dass man mit bestehenden Medikamenten die Harnsäurespiegel oft nur unzureichend absenken kann oder die Medikamente Nebenwirkungen haben."

In die jetzt veröffentlichte Untersuchung des Global Urate Genetics Consortiums (GUGC) flossen die Daten von über 70 Einzelstudien aus Europa, den USA, Japan und Australien ein.

Nach Angaben der Deutschen Gicht-Liga handelt es sich bei dem Leiden um eine Volkskrankheit in Industrieländern. In Deutschland sind demnach 2,8 Prozent der Männer und 0,4 Prozent der Frauen im Alter zwischen 30 und 59 Jahren betroffen.

Oft lässt sich der Harnsäurespiegel durch eine purinarme Ernährung senken. Purine fördern Gichtanfälle. Daher raten Ärzte den Patienten: wenig Fleisch essen und Alkohol meiden – auch an Festtagen.

(dpa)
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