Anschlagspläne: Britische Ärztevereinigung schockiert
Acht Terrorverdächtige in Haft - fast alle sind Mediziner
Ein Gesuchter in Australien festgenommen. Gestern wieder Bombenalarm in London. Ärzte unter Terrorverdacht: Alle acht Verdächtigen, die nach den versuchten Anschlägen in London und Glasgow festgenommen wurden, sind Mediziner oder andere Mitarbeiter von Krankenhäusern.
London/Sydney. Ärzte unter Terrorverdacht: Alle acht Verdächtigen, die nach den versuchten Anschlägen in London und Glasgow festgenommen wurden, sind Mediziner oder andere Mitarbeiter von Krankenhäusern. Die "Doktoren des Terrors" sind beim staatlichen britischen Gesundheitssystem angestellt gewesen - und bringen nun Tausende ausländische Ärzte unter Generalverdacht.
Gleichzeitig stieg in Großbritannien die Angst vor neuen Anschlägen. Am Flughafen Heathrow herrschten gestern chaotische Zustände, nachdem ein Terminal wegen eines liegen gelassenen Gepäckstücks geräumt wurde. Hunderte Flüge wurden gestrichen, der Terminal blieb zunächst weiter gesperrt.
Sieben der Verdächtigen sind nach Angaben der BBC Ärzte oder Medizinstudenten, eine Frau arbeitete als Labor-Assistentin. Bei der internationalen Fahndung wurde auch ein Arzt in Australien festgenommen. Der 27-jährige Mohammed Haneef sei am Flughafen Brisbane mit einem Ticket nach Indien gestoppt worden, berichtete die Polizei. Der Inder hatte bis vor zehn Monaten in einem Krankenhaus in Liverpool gearbeitet. Dort nahmen die Fahnder einen weiteren Inder fest, der ebenfalls Arzt ist. Der "Evening Standard" berichtete, dass das Terrornetz al-Qaida bis zu zwölf Mann nach Großbritannien geschleust habe, um für das staatliche Gesundheitssystem NHS zu arbeiten. Sie hätten sich so "tarnen" und sich unauffällig treffen können. Mehr als 6000 der rund 240 000 in Großbritannien tätigen Ärzte sind in Ländern des Nahen Ostens ausgebildet worden. Die "Daily Mail" berichtete, viele von ihnen seien "nur oberflächlich" überprüft worden. Die Ärztevereinigung bezeichnete es als "schockierend", dass Mediziner in Terrorakte verwickelt sind.
Nach Angaben der "Financial Times" steht im Zentrum der Ermittlungen das Royal- Alexandra-Krankenhaus in Glasgow, in dem der Fahrer des Bomben-Autos von Glasgow wegen schwerer Verbrennungen behandelt wird. Dort soll auch sein Beifahrer Bilal Abdullah (27), der aus dem Irak stammt, als Arzt gearbeitet haben. Beide sollen zuvor die mit Bomben bepackten Autos nach London gefahren haben. Zwei weitere Verdächtige aus Saudi-Arabien sollen in derselben Klinik beschäftigt gewesen sein.
Ein weiterer Arzt, Mohammed Asha (26) aus Jordanien, soll Drahtzieher der Attacken sein. Asha, der am North Staffordshire Hospital in Mittelengland tätig war, wurde zusammen mit seiner Frau Marwas (27) festgenommen.
Bericht S. 4, Kommentar S. 2




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