Kernkraft braucht Transparenz
Kommentar: Abgeschaltete Atomkraftwerke
Die Stromproduktion mit Kernenergie hat, wie andere hochkomplexe Technologien auch, ein Gefahrenpotenzial. Dies macht der Störfall im schwedischen Kernkraftwerk Forsmark wieder deutlich. Gerade bei dieser Energieform wird die Abwägung zwischen Nutzen und Risiko umstritten bleiben.
Ob Beinahe-GAU oder nur technische Panne - fest steht: Gegner und Befürworter werden den Vorfall nutzen, um jeweils die eigene Sicht kompromisslos zu vertreten. Eine Kernschmelze hätte katastrophale Folgen für Nord- und Mitteleuropa ge- habt. Wie dicht das gestörte Kraftwerk an dieser Katastrophe dran war, werden in einigen Wochen oder Monaten Untersuchungsberichte feststellen, von denen ungewiss ist, inwieweit die Ergebnisse überhaupt an die Öffentlichkeit dringen.
Doch Transparenz ist dringend nötig, denn die Abwägung zwischen Nutzen und Risiko muss ein breit angelegter gesellschaftlicher Prozess sein, die Entscheidung für oder gegen die Kernkraftnutzung von der Bevölkerung mitgetragen werden. Die Schweden hatten in einer Volksabstimmung 1980 den Ausstieg aus der Technologie beschlossen. Doch in jüngster Zeit häuften sich die Stimmen pro Kernkraft.
Die Pro- und Kontra-Argumente sind tausendfach ausgetauscht. Jeder weiß: Strom gibt es nicht zum Nulltarif, erst recht nicht aus Umweltsicht. Deshalb werden langfristig diejenigen Länder gewinnen, die Energie optimal einsetzen. Um dies zu erreichen, ist eine gesellschaftliche Diskussion jenseits von Ideologien dringend nötig.




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