Dienstag, 14. Februar 2012, 21:49

Abendblatt als Startseite | Aboservice | E-Paper

www.abendblatt.de

  • E-Mail
  • Singles
  • Branchenbuch
  • Jobs Hamburg
  • Immobilien Hamburg
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Rechner
  • Ticket kaufen

Europa

Vatikan verkündet: Homo-Ehen sind "zutiefst unmoralisch"

Rom/Berlin. Der Vatikan macht Front gegen eheähnliche Partnerschaften von Homosexuellen. Er rief gestern katholische Politiker in aller Welt auf, solche "zutiefst unmoralischen" Beziehungen nicht zu unterstützen. Hintergrund ist, dass eine wachsende Zahl von Staaten gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften verbindliche Rechte einräumt. "Es gibt keinerlei Fundament dafür, zwischen den homosexuellen Lebensgemeinschaften und dem Plan Gottes über Ehe und Familie Analogien herzustellen, auch nicht in einem weiteren Sinn. Die Ehe ist heilig, während die homosexuellen Beziehungen gegen das natürliche Sittengesetz verstoßen", heißt es in den 14-seitigen Richtlinien der Glaubenskongregation. Das Dokument ist vom Vorsitzenden der Kongregation, Joseph Kardinal Ratzinger, unterzeichnet. Ausdrücklich heißt es, auch Papst Johannes Paul II habe zugestimmt. In dem Papier werden katholische Politiker nachdrücklich aufgefordert, sich gegen Gesetze zu wenden, die homosexuelle Lebensgemeinschaften legalisieren. Dies gelte auch für Gesetze, die bereits in Kraft seien. Katholische Politiker, die solchen Gesetzen zustimmen, handelten "schwer wiegend unsittlich". So bedeuteten Adoptionen von Kindern durch homosexuelle Lebensgemeinschaften faktisch eine "Vergewaltigung" dieser Kinder. Kardinal Ratzinger rät Homosexuellen zu einem "keuschen" Lebenswandel. Bestärkt durch diese neuen Richtlinien aus dem Vatikan verurteilten die polnischen Bischöfe gestern einen Gesetzesvorschlag, mit dem homosexuelle Lebensgemeinschaften im Land legalisiert werden sollen. Auch die Debatte um ein ähnliches Gesetz in den USA hat nun neue Nahrung erhalten. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Lehmann, sagte, es handele sich um "Erwägungen", nicht um eine neue Lehraussage des Vatikan. Es sei eine Zusammenfassung von Argumenten gegen die Anerkennung von Homo-Lebenspartnerschaften. Die deutschen Bischöfe unterstützten das Dokument. Der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland bezeichnete die Haltung des Vatikan als "menschenverachtend". Verbands-Sprecher Klaus Jetz sagte: "Diese scharfen Worte haben uns sehr verletzt." Der Chef der NRW-CDU, Jürgen Rüttgers, wies den Appell zum Widerstand zurück: "Ich bin praktizierender Katholik. Aber es ist nicht meine Aufgabe, als Politiker den Leuten zu sagen, wie sie zu leben haben."HA

 

Artikel versenden

Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichneten Felder aus