Grüne fordern Konsequenzen aus Störfällen in Schweden
Anders Bredfell von der Atomaufsicht SKI sagte: "Rein theoretisch hätte der Reaktor schmelzen können, und das hätte zu einer Atomkontamination geführt. Aber es gibt noch eine Reihe von Sicherheitsvorrichtungen, die das verhindern."
SKI-Sprecher Anders Jörle sagte gegenüber dem Abendblatt: "Fest steht, daß es einen Ausfall der elektronischen Systeme gab. Welche Folgen das hätte haben können, wissen wir noch nicht genau, aber deswegen findet ja auch die Untersuchung in allen heruntergefahrenen AKW statt."
Der Atomexperte Lars-Olov Höglund, der leitender Konstrukteur in Forsmark war, sagte: "Das war die schlimmste Situation bisher, wenn man Tschernobyl und Harrisburg nicht mitrechnet. Es hätte auch sein können, dass keiner der vier Dieselgeneratoren startet." Der Experte der atomkritischen Ärzteorganisation IPPNW, Henrik Paulitz, sagte: "Wären noch mehr Fehler in der automatischen Steuerung aufgetreten, dann hätte die Welt in der vergangenen Woche möglicherweise ihren zweiten Super-Gau nach Tschernobyl erlebt."
Grünen-Chef Reinhard Bütikofer verlangte von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, die Konsequenzen aus dem schwedischen Reaktorunfall zu prüfen und die Öffentlichkeit umfassend zu informieren. Nach seinen Worten gibt es "nur einen ansatzweise sicheren Umgang mit Atomkraft: schnellstmöglich abschalten." Zwei von zwölf Rekatoren hat Schweden im Rahmen seines Atomausstieges bereits stillgelegt. Eine wachsende Zahl der Bürger will laut einer jüngsten Umfrage jedoch an der Nukleartechnologie festhalten.




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