Der Deal mit Wien
Kommentar: Die EU und die Türkei
Das war kein feierlicher Auftakt, sondern ein jämmerliches Gefeilsche. Kaum hatte Carla Del Ponte Kroatien gute Noten für die Kooperation mit dem Uno-Kriegsverbrechertribunal bescheinigt, da gab Österreich seinen Widerstand gegen die Türkei auf. Mit beiden Ländern könnten nun von EU-Seite Beitrittsverhandlungen beginnen, die dann im ersten Halbjahr 2006, übrigens unter österreichischer EU-Ratspräsidentschaft, geführt würden.
Wien hat seinen Deal bekommen, was man dort natürlich nie offiziell zugeben wird. Aber aus historischen Gründen hegt die Alpenrepublik gegenüber den Türken Unbehagen und Verbundenheit mit Kroatien.
Und die Türkei hat wieder einmal zu spüren bekommen, daß Europa das Land zwischen Bosporus und irakischer Grenze nur mit einem Jein in seinem Kreis haben will. Wie sich das auf die vermutlich jahrelangen Verhandlungen auswirken wird, bleibt abzuwarten. So mancher in der EU wäre jedenfalls froh, wenn Ankara irgendwann selbst den Weg gen Westen aufgibt.




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