Bestätigt: Deutsche Schüler schwach
Erster europäischer Bildungsbericht
Berlin/Brüssel. Der erste europäische Bildungsbericht belegt abermals den Reformbedarf an deutschen Schulen. Während im Schnitt der 15 EU-Mitglieder 17,2 Prozent der 15-Jährigen Probleme beim Lesen und beim Textverständnis haben, sind dies in Deutschland 22,6 Prozent. Schlechter sind die Schüler nur noch in Griechenland (24,4), Portugal (26,3) und Luxemburg (35,1). Dies geht aus dem gestern bei einer Jugendministerkonferenz in Brüssel vorgelegten EU-Bildungsvergleich hervor, der zugleich Wissen und Bildung als wichtigste europäische Ressourcen bezeichnet.
Beim Fremdsprachenlernen liegen deutsche Schüler mit 1,4 Sprachen leicht unter dem EU-Schnitt (1,5). Die Zahl der Schulabbrecher oder Schüler, die lediglich einen einfachen Abschluss erwerben und danach nicht mehr weiterlernen, ist in Deutschland mit 12,5 Prozent deutlich geringer als im EU-Schnitt (18,5). Hierbei wirkt sich die deutsche Berufsschulpflicht besonders positiv aus.
Bei den öffentlichen Ausgaben für Bildung, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, liegt Deutschland mit 4,53 Prozent unter dem EU-Schnitt von 4,94 Prozent. Spitzenreiter sind dabei die Schweden (7,39) und die Dänen (8,38), während die Griechen das Schlusslicht bilden (3,79).
Im Vergleich zu den wichtigsten Weltmarkt-Konkurrenten wie Japan und den USA verfügt die EU über viel zu wenig Hochschulabsolventen. Europaweit haben in der Altersgruppe der 25- bis 64-Jährigen 23 Prozent der Männer und 20 Prozent der Frauen einen Universitäts- oder Fachhochschulabschluss. Dies entspricht den deutschen Werten. In Japan sind dies jedoch 36 Prozent der Männer und 32 Prozent der Frauen, in den USA 37 Prozent der Bevölkerung.



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