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Deutschland

DDR-Vergangenheit:

CDU diskutiert ohne Tillich

Der Mann, an dem sich die Debatte um die Vergangenheit der CDU als Blockpartei im DDR-System entzündet hatte, zeigte zwar Präsenz - aber er mied das...


Foto: dpa

Stuttgart. Der Mann, an dem sich die Debatte um die Vergangenheit der CDU als Blockpartei im DDR-System entzündet hatte, zeigte zwar Präsenz - aber er mied das Wort. Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich, dem in den letzten Tagen seine erst spät bekannt gewordene Rolle als Funktionär auf Kreisebene in der DDR vorgehalten worden war, begnügte sich auf dem Parteitag in Stuttgart mit der Rolle des Anmoderators der Redebeiträge, als der Antrag "Geteilt. Vereint. Gemeinsam. Perspektiven für den Osten Deutschlands" zur Debatte stand.

Erst nachträglich war in das Papier der Passus aufgenommen worden, in dem es heißt, die CDU habe in der DDR "im totalitären System der SED-Diktatur mitgewirkt" - eine Mitwirkung, die nun nach dem Willen der Partei genauso aufgearbeitet werden soll wie vor allem die Geschichte des DDR-Regimes überhaupt, als Pflichtstoff im Geschichtsunterricht und an Universitätslehrstühlen.

In dem einstimmig beschlossenen Antrag wendet sich die CDU gegen eine nostalgische Verklärung der DDR. Thüringens Landtagspräsidentin Dagmar Schipanski kritisierte, es werde nur noch an soziale Sicherheit erinnert, die Diktatur dagegen werde verdrängt. "Demenz ist eine schlimme Krankheit für den Einzelnen, noch schlimmer ist Demenz für ein ganzes Volk", sagte sie unter dem Beifall der Delegierten. Auch deshalb wird im Antrag ein nationales Freiheits- und Einheitsdenkmal auf dem Berliner Schlossplatz gefordert.

Ansonsten zieht die CDU eine positive Bilanz der Einheit, mit der die Partei ganz offensichtlich auch in Erinnerung an eigene Leistungen zum 20. Jahrestag des Mauerfalls 2009 punkten will.flk

 

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