Montag, 28. Mai 2012, 04:45

Abendblatt als Startseite | Aboservice | E-Paper

www.abendblatt.de

  • E-Mail
  • Singles
  • Branchenbuch
  • Jobs Hamburg
  • Immobilien Hamburg
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Rechner
  • Ticket kaufen

Deutschland

Kommentar: Bundesrat zur Sterbehilfe

Ein wichtiges Signal gesetzt

Ohne den Fall des Roger Kusch, der als selbst ernannter Herr über Leben und Tod Hilfe zum Selbstmord gibt, hätte der Bundesrat niemals so eilig diesen symbolischen Antrag verabschiedet, in dem es heißt, dass der Kommerzialisierung des Suizids Einhalt zu bieten ist. Die Länderkammer wollte zumindest ein Signal setzen, nachdem man sich wegen nachvollziehbarer rechtlicher Bedenken nicht auf die Schaffung eines neuen Straftatbestands einigen konnte. Zweifellos sind Sterbehilfe-Vereine hoch problematisch, weil sie indirekt dafür werben, dem eigenen Leben einen Schlussstrich zu setzen. Der Suizid darf nicht zum gesellschaftlich akzeptierten Ausweg werden, wo menschliche Nähe fehlt.

Dennoch ist es richtig, dass nicht ad hoc ein Gesetz auf den Weg gebracht wurde, das vielleicht die Möglichkeiten der so wertvollen palliativen Medizin und der Hospizbegleitung eingeschränkt hätte. Denn sie gehören ausgebaut, nicht eingeschränkt. Dann nimmt eines Tages vielleicht auch die so weit verbreitete Angst vor einem Tod in Schmerzen ab.

 

Artikel versenden

Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichneten Felder aus