Kommentar: Studie zu Rechtslastigkeit
Die dunkle Seite der Mitte
Die Erkenntnisse der Leipziger Forscher über rechtslastige Einstellungen in der politischen "Mitte" muss man ernst nehmen. Wenn es nicht nur am "rechten Rand", sondern tatsächlich in allen gesellschaftlichen Gruppen und Bildungsgraden Zustimmung zu ausländerfeindlichen, chauvinistischen oder demokratiefeindlichen Aussagen gibt, dann heißt das: auch unter Mitgliedern von Parteien, Gewerkschaften, Kirchen. Unter uns allen.
Das wussten wir eigentlich schon, seit Eva Herman fand, es sei unter Adolf "nicht alles schlecht" gewesen. Andere sehen in jeder Frau mit Kopftuch eine Vorbotin des Islamismus. Solche Einstellungen entstehen nicht nur durch soziale Ungleichheiten, sondern vor allem durch das Gefühl "politischer Einflusslosigkeit". Diese Kernaussage der Studie sollte uns zu denken geben. Gibt diese Versorgungsdemokratie genug Möglichkeiten zur Mitgestaltung?



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