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Deutschland

Wie Göttingen an die große Zeit des Nobelpreis-Wunders anknüpfen will

Die Georg-August-Universität in Göttingen wird die einzige norddeutsche unter den künftig neun deutschen Elite-Unis. Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) nannte die Entscheidung am Freitag "die bisher bedeutendste Anerkennung des Hochschulstandorts Niedersachsen". Aufatmen konnte nach der Bekanntgabe der Entscheidungen vor allem Wissenschaftsminister Lutz Stratmann (CDU). Er hatte frühzeitig das Ziel ausgegeben, das Land wolle etwa entsprechend seinem Bevölkerungsanteil von zehn Prozent auch von den 1,9 Milliarden Euro profitieren, die Bund und Länder im Rahmen der Exzellenzinitiative binnen fünf Jahren in Spitzenhochschulen und besondere Projekte investieren. Mit 170 Millionen Euro ist dieses Ziel fast erreicht und zumindest in Norddeutschland ist Niedersachsen damit unangefochtener Spitzenreiter.

Dies gilt umso mehr, weil Göttingen jetzt außerdem mit einem Graduiertenprojekt erfolgreich war, ebenso wie die Universität Hannover sogar mit einem Exzellenzcluster. Im ersten Teil der Vergabe vor Jahresfrist waren bereits drei weitere niedersächsische Projekte erfolgreich gewesen (Hannover/Göttingen).

Maßgeblich beigetragen zur Benennung als Elite-Uni hat in Göttingen der Verbund der Hochschule mit fünf Max-Planck-Instituten, dem Deutschen Primatenzentrum und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Thomas Oppermann, der als Wissenschaftsminister des Landes Niedersachsen bis 2003 die Umwandlung der Göttinger Hochschule in eine Stiftungs-Uni durchgesetzt hatte, sieht jetzt die Chance, "an die großen Zeiten des Nobelpreis-Wunders anzuknüpfen".

Die 1737 gegründete Universität Göttingen war Anfang des 20. Jahrhunderts eine regelrechte Kaderschmiede für Nobelpreise. Die Lebensläufe von mehr als 40 Preisträgern sind mit Göttingen verbunden, in den Zwanzigerjahren unterrichteten dort Nobelpreisträger wie Max Planck, Werner Heisenberg, Max Born und James Franck.

In den ersten fünf Jahren der Exzellenz-Initiative trägt der Bund 75 Prozent der Kosten, den Rest steuern die Bundesländer bei. Niedersachsen will, so sagte Ministerpräsident Christian Wulff am Freitag, in den fünf folgenden Jahren seine Förderung sogar auf 50 Prozent erhöhen.fert

 

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