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Deutschland

Rüttgers und die "Lebenslügen"

Gefühlte Volkswahrheiten

Kommentar

Mit seinem Buch zum Sozialen in der Marktwirtschaft und den Lebenslügen auch seiner Partei hat Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers eine Marke gesetzt. Man kann seine Analysen und Schlussfolgerungen als bekannt abtun. Dabei aber würde man ignorieren, dass der Christdemokrat in einem Segment der Konservativen einen Pflock einschlägt, das künftig untrennbar mit seinem Namen verbunden sein wird.

Dass Steuersenkungen eben nicht automatisch zu mehr Arbeitsplätzen führen, dass die Bürger zu stark belastet werden, dass die notwendige Altersvorsorge steuerlich stärker begünstigt werden muss - schmerzhafte Lehren, sicher. Rüttgers aber untergräbt mit seiner Predigt das Credo einer konservativen, neoliberalen Politikergeneration. Als Volkspartei hat die CDU außerhalb des Raumschiffes Berlin einen laut Umfragen geschätzten Kopf. Er verpackt gefühlte Volkswahrheiten in populäre Form und gilt dennoch als Macher. Der Karriereweg von Jürgen Rüttgers dürfte noch nicht am Ende sein.

 

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