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Deutschland

Nach Brand in Krümmel: Jetzt prüfen die Experten

GEESTHACHT. Einen Monat nach dem Brand im Atomkraftwerk Krümmel hat eine vom Betreiber eingesetzte Expertenkommission ihre Arbeit aufgenommen. "Vattenfall hat uns gebeten, hier alle Bereiche zu durchleuchten. Das geht von der Technik bis zur Reaktion des Personals bis zu organisatorischen Fragen", sagte Kommissionsmitglied Adolf Birkhofer am Freitag auf dem Gelände des Reaktors, der seit dem Störfall am 28. Juni stillsteht. Parallel dazu ermittelt die Atomaufsicht weiter. Der Betreiber führt außerdem eine routinemäßige Revision durch.

Die fünf Mitglieder der Kommission kommen aus der Atomwissenschaft, vom TÜV und aus der Kommunikationsbranche und sind mit einem Etat von fünf Millionen Euro ausgestattet. "Wir erhoffen uns, dass wir Mitte, Ende August erste Zwischenergebnisse haben", sagte der Geschäftsführer der Vattenfall-Atomsparte, Reinhardt Hassa. Man werde die Vorschläge der Experten umsetzen und dann wieder in Betrieb gehen.

Derzeit wird nach Angaben von Vattenfall der rund 360 Tonnen schwere Transformator in seine Einzelteile zerlegt, um die Brandursache zu finden. Hassa kündigte Konsequenzen an: "Wir werden die Lüftungsanlage für das Schaltanlagen- und Wartengebäude mit neuen Instrumentierungen ausrüsten." Die Lüftung hatte während des Feuers Luft und damit Brandgase von außen angesaugt.

Die Höhe der im Rahmen der Revision für Neuerungen und Instandhaltungen erwarteten Kosten bezifferte Hassa auf rund 25 Millionen Euro. Auf den Gesamtschaden aus den jüngsten Pannen angesprochen, sagte er: "Die Einbußen insgesamt für das Unternehmen sind immens, die kann man nicht beziffern." Der Produktionsausfall in Krümmel und dem ebenfalls abgeschalteten Meiler Brunsbüttel koste das Unternehmen täglich eine Million Euro. Neben den technischen Fragen verfolgt Vattenfall nach eigenen Angaben auch die Optimierung von Arbeitsabläufen. Gemeinsam mit anderen Kraftwerksbetreibern habe man eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die die Kommunikation in der Warte überarbeitet.

Die schleswig-holsteinische Sozialministerin Gitta Trauernicht (SPD) hat offenbar mehr gewusst als bisher zugegeben. Nach Informationen des "Tagesspiegel" kannte die Ministerin den Namen des Reaktorfahrers bereits, als sie Vattenfall am 13. Juli vor dem Kieler Landtag öffentlich vorwarf, das Unternehmen verschweige diesen.afp, AP

 

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