"Man kann schon Belegschaften am Unternehmen beteiligen"
Für die Gewerkschaften erklärte DGB-Vorstandsmitglied Dietmar Hexel: Derzeit besäßen 60 Prozent aller deutschen Haushalte nur neun Prozent des Nettovermögens. "Der vorgeschlagene Fonds könnte helfen, zumindest den Wertzuwachs gerechter zu gestalten." Für die Arbeitnehmer sei entscheidend, dass die Anteile sicher und bei einem Betriebswechsel handelbar seien. Kapitalbeteiligungen dürften außerdem nur zusätzlich zu Tarifeinkommen hinzukommen.
HWWI-Direktor Straubhaar sagte: "Schon heute kann man die Belegschaften am Unternehmen beteiligen. Die Tarifpartner könnten sich darauf einigen, wie man das macht. Im Rahmen von flexiblen jährlichen Barauszahlungen wäre eine Gewinnbeteiligung möglich, allerdings mit der Möglichkeit, dass bei einem Verlust in einem Jahr auch mal nichts ausgezahlt wird."
Der nordrhein-westfälische Sozialminister Karl-Josef Laumann (CDU) gilt als Vordenker und einer der wichtigsten Mitarbeiter am Unions-Konzept der Mitarbeiterbeteiligung. Laumann wies darauf hin, dass Unternehmen, in denen Mitarbeiterbeteiligung praktiziert werde, produktiver seien. Allerdings hätten nur zwei Prozent der Unternehmen mit bis zu 49 Beschäftigten ihre Mitarbeiter am Kapital beteiligt. Bei Unternehmen mit über 500 Beschäftigten seien es sieben Prozent. Deshalb sei die Mitarbeiterbeteiligung für den Mittelstand eine große Chance.
Die Mittelständler sind zwar bemüht, in puncto Eigenkapital international Anschluss zu halten. In vielen europäischen Ländern liegt die Eigenkapitaldecke von Unternehmen zwischen 30 und 50 Prozent - ein Traumwert für deutsche Mittelständler. Doch wenn mit einem Deutschlandfonds auch in ihr Unternehmen hineinregiert werden kann, sperren sie sich.
Ein ähnliches Modell wie Beck hatten zuletzt auch Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) und Baden-Württembergs Finanzminister Gerhard Stratthaus (CDU) vorgeschlagen. Während Koch von einem überbetrieblichen Fonds sprach, hatte Stratthaus einen Investivlohn favorisiert, bei dem Teile des Lohns in Unternehmensanteile umgewandelt werden.



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