Spreng: Islam - das Ende der falschen Toleranz
Schlaglichter - Jürgs & Spreng
Jahrelang bestimmte eine falsch verstandene Toleranz die Diskussion um den und mit dem Islam in Deutschland. Jetzt kommen langsam die notwendige Klarheit und Offenheit in die Auseinandersetzung - ausgelöst durch die von Innenminister Schäuble ins Leben gerufene Islamkonferenz und durch die harte Intervention des Schriftstellers Ralph Giordano gegen den Moscheebau in Köln. Wobei Giordano übersehen hat, dass es nicht um den Bau von Moscheen geht (der sollte in einem Land der Religionsfreiheit unbestritten sein), sondern um den Geist, der in den Moscheen wohnt.
Was der evangelische Ratspräsident, Bischof Wolfgang Huber, auf dem Kölner Kirchentag sagte, wäre noch vor Jahren als intolerant diffamiert worden: Wieso werden Frauen auch in den Moscheen diskriminiert, indem sie in einen Nebenraum oder auf die Empore verbannt werden? Und wo bleibe die Toleranz der Muslime gegenüber Christen in den islamischen Ländern?
Solche Offenheit gibt jetzt die Chance, mit einigen Lebenslügen der deutschen Islam-Diskussion der Vergangenheit aufzuräumen. Jahrelang wurde in Deutschland ein Unterschied gemacht zwischen dem (guten) Islam und den (bösen) Islamisten. Damit haben wir uns jahrelang selbst belogen. Denn nicht die Islamisten (die natürlich ohnehin) sind das Problem, sondern der Islam. Um es klar zu sagen: Wer den Koran beim Wort nimmt, ihn also nicht einem modernen, aufklärerischen Sinne interpretiert, der ist ein Feind unserer freiheitlichen Gesellschaftsordnung, ein Feind des Rechtsstaates, ein Feind des Grundgesetzes. Denn die Würde des Menschen ist unantastbar und nicht teilbar und verhandelbar im Sinne einer falsch verstandenen Toleranz gegenüber dem Islam.
Die Verachtung der Frau, die aus dem Koran spricht, das Rechtssystem der Scharia, die postulierte Intoleranz gegenüber den "Ungläubigen", sprich anderen Religionen, ist genauso ein Anschlag auf unsere Grundordnung wie ein Anschlag terroristischer Islamisten - in seiner schleichenden und langfristigen Folgewirkung vielleicht sogar ein schlimmerer.
Zur Frauen- und damit zur Menschenfeindlichkeit des Koran nur zwei Beispiele:
In der Koran-Sure 4, Vers 34 heißt es: "Die Männer haben Vollmacht und Verantwortung gegenüber den Frauen, weil Gott die einen vor den anderen bevorzugt hat und weil sie von ihrem Vermögen (für die Frauen) ausgeben. Die rechtschaffenen Frauen sind demütig ergeben und bewahren das, was geheim gehalten werden soll, da Gott es geheim hält. Ermahnt diejenigen, von denen ihr Widerspenstigkeit befürchtet, und entfernt euch von ihnen in den Schlafgemächern und schlagt sie."
In der Sure 24, Vers 2, heißt es: "Die Frau und der Mann, des Ehebruches und der Unzucht schuldig, peitscht beide mit hundert Riemen aus; lasst euch in diesem Fall nicht zu Mitleid bewegen, Gott fordert dies von dir, wenn du an Gott glaubst und an den jüngsten Tag; und lass eine Gruppe Gläubiger Zeuge ihrer Bestrafung sein."
Wer in Deutschland integriert und akzeptiert sein will, von dem verlangt unser Grundgesetz, sich von solchen Aussagen zu distanzieren.
Die alten Diskussionsmuster, diejenigen als intolerant zu diffamieren, die sich diesen Grundwahrheiten annähern, greifen nicht mehr. Das musste auf dem Kirchentag auch Ayyub Köhler erfahren, der Vorsitzende des Koordinierungsrates der Muslime in Deutschland. Er beklagte sich, die evangelische Kirche habe nicht zur "Entspannung" der islamfeindlichen Stimmung in Deutschland beigetragen, und gerade von Protestanten habe er mehr Verständnis erhofft. Derselbe Köhler verlangt, muslimische Mädchen und Jungen auf Wunsch der Eltern getrennt in Sport zu unterrichten, Mädchen von der Teilnahme an Klassenfahrten zu befreien, und fordert, dass muslimische Lehrerinnen mit Kopftuch unterrichten dürfen. Damit wendet er sich, um Giordano zu zitieren, gegen "die Standards der Demokratie".
Derselbe Köhler hatte bei der Islamkonferenz von Wolfgang Schäuble einen radikalen Islamisten unter seiner Flagge eingeschmuggelt. Einen Mann, dessen Organisation antisemitische Hetze betreibt und der Nähe zu terroristischen Vereinigungen nachgesagt wird. Und derselbe Köhler will mit seinem Koordinierungsrat eine Körperschaft öffentlichen Rechtes werden, Lehrpläne mitbestimmen und in Rundfunkräte einziehen. Und derselbe Köhler hat nach der Islamkonferenz seine Zustimmung zu einer Passage des gemeinsamen Wertekonsenses zurückgezogen, die besagt, dass sich in Deutschland lebende Muslime zur demokratisch-freiheitlichen Grundordnung verpflichten müssen.
So viel zum Thema Toleranz und Verständnis aus Sicht des Koordinierungsrates der Muslime in Deutschland. Die 3,4 Millionen Muslime in Deutschland (davon etwa eine Million mit deutschem Pass) haben bessere und ehrlichere Sprecher verdient.
Die Soziologin Necla Kelek, eine Vorkämpferin für die Rechte muslimischer Frauen, hat in diesem Zusammenhang Max Frisch zitiert: "Demokratie bedeutet, sich in die eigenen Angelegenheiten einzumischen." Und sie schreibt: "Der Islam ist eine Realität in Deutschland. Und er ist deshalb eine Angelegenheit der ganzen deutschen Gesellschaft. Muslime müssen sich gefallen lassen, wenn andere sie fragen, wie sie leben wollen und wie sie es mit den Grundwerten dieser Gesellschaft halten."
Diese Diskussion hat endlich begonnen - offen und unverkrampft. Sie ist die Grundlage für wirkliche Integration und ein friedliches Zusammenleben mit den Muslimen in Deutschland.



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