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Deutschland

Studie: Die Gesundheit deutscher Kinder

Dick, schwach, krank: Die Probleme der Jugend

BERLIN. Das Robert-Koch-Institut hat in Berlin die Basisergebnisse seiner Kinder- und Jugendgesundheitsstudie KiGGS vorgestellt. Einige Resultate waren in den vergangenen Monaten schon veröffentlicht worden. Jetzt liegt die gesamte Auswertung dieser international einmaligen Untersuchung vor, für die von Mai 2003 bis Mai 2006 fast 18 000 Kinder und Jugendliche in ganz Deutschland befragt wurden. Hier die wichtigsten Ergebnisse:

Gut 20 Prozent der Jugendlichen im Alter von elf bis 17 Jahren rauchen. Vor allem Jungen und Mädchen aus sozial schwachen Familien greifen zur Zigarette. So rauchen zum Beispiel Hauptschüler fünfmal häufiger als Gleichaltrige aus dem Gymnasium.

Beim Alkohol- und Drogenkonsum spielen soziale Unterschiede kaum eine Rolle. Ein Drittel der Jungen und ein Viertel der Mädchen trinken nach eigenen Angaben mindestens einmal pro Woche Alkohol. Neun Prozent der Jungen und sechs Prozent der Mädchen geben an, in den letzten zwölf Monaten Haschisch oder Marihuana konsumiert zu haben.

Chronische Krankheiten sind deutlich auf dem Vormarsch. Am häufigsten leiden Kinder und Jugendliche in Deutschland unter Bronchitis (13,3 Prozent), Neurodermitis (13,3 Prozent) und Heuschnupfen (10,7 Prozent). Mehr als fünf Prozent haben eine Wirbelsäulenverkrümmung, knapp fünf Prozent leiden unter Asthma, 3,6 Prozent unter Krampfanfällen.

Allergien haben massiv zugenommen. Bei Bluttests reagierten 40 Prozent der Jungen und Mädchen auf mindestens eines von 20 Allergenen positiv. Auffällig ist, dass die Allergierate in Ostdeutschland inzwischen genauso hoch ist wie im Westen. Vor der deutschen Einheit war sie dort noch signifikant niedriger.

15 Prozent der Kinder zwischen drei und 17 Jahren gelten als übergewichtig, 6,3 Prozent sogar als fettleibig. Das Problem verstärkt sich, je älter die Kinder werden. Klare Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen oder Ost und West sind nicht zu erkennen, wohl aber soziale Risikofaktoren. So sind Kinder aus Familien mit niedrigem Sozialstatus oder Migrationshintergrund deutlich stärker gefährdet als andere.

Fast 18 Prozent der Jungen und zwölf Prozent der Mädchen bis 17 Jahren zeigen Verhaltensauffälligkeiten, vor allem Verhaltensprobleme, emotionale Schwierigkeiten und Hyperaktivität. Jeder zehnte Junge (10,8 Prozent) zeigt der Untersuchung zufolge Anzeichen für Hyperaktivität. Bei Mädchen liegt der Anteil bei knapp fünf Prozent. Unter den Kindern aus sozial schwachen Familien leiden sogar 23 Prozent unter psychischen Probleme oder zeigen zumindest Anzeichen dafür.AP, HA

 

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