24.02.07

Rauchverbot

Endlich ein vernünftiger Schutz

Kommentar

Endlich! Endlich soll Deutschland von einem Paradies für Raucher und Tabaklobbyisten zu einem Land mit vernünftigem Nichtraucherschutz werden. Um diese Entscheidung zu begrüßen, muss man kein militanter Nicht- oder Antiraucher sein. Das Verbot des Rauchens in öffentlich zugänglichen Gebäuden (also auch Gaststätten) folgt vielmehr einem einfachen Grundsatz: Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die des Nächsten beginnt.

Wer rauchen will, soll das tun - aber nur dort, wo er mit seinem Qualm nicht seine Mitmenschen belästigt oder schädigt. In Gaststätten ist das nicht möglich, da wenige Raucher die Luft für alle Gäste und Angestellten mit verpesten. Die Freiheit, anderen Schaden zuzufügen, gibt es aber nicht. Dass der Markt das Problem nicht selbst regelt, haben die vergangenen Jahrzehnte bewiesen: Die Gastronomen haben sich kaum um den Schutz von Nichtrauchern bemüht. Noch immer dominiert die Minderheit der Raucher die Gastronomieszene.

Gegner eines Rauchverbotes behaupten, der Wirt dürfe selbst entscheiden, was er erlaube. Das ist natürlich Unsinn. Jeder Wirt muss sich an Hygiene- und Arbeitsschutzgesetze halten. Das Recht auf körperliche Unversehrtheit gilt auch in Gaststätten. Analysen, wonach die Feinstaub-Konzentrationen in Diskotheken 20-mal über dem EU-Grenzwert liegen, sprechen ihre eigene Sprache.

Bleibt das Argument, der Staat dürfe die Freiheit seiner (rauchenden) Bürger nicht beschneiden. Diese Aussage ist fast schon paradox. Denn die Mehrheit der Raucher ist körperlich abhängig - die meisten wollen sogar aufhören. Rauchen ist für sie keine Freiheit, sondern eine Sucht. Sie sollten die Gelegenheit nutzen - und sich davon befreien.

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