Heroinambulanzen
Erfolg für Beust und Koch
Kommentar
Respekt. Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust und sein hessischer Amtskollege Roland Koch haben offenbar den Unionsfraktionschef im Bundestag, Volker Kauder, dazu bewegen können, seinen hartnäckigen Widerstand gegen die Fortführung der Heroinambulanzen aufzugeben.
Das bedeutet: Hoffnung für 300 Schwerstabhängige, die in Hamburg und sechs weiteren deutschen Städten unter strenger Kontrolle Heroin bekommen. Die Fortführung des Projekts, ist menschlich geboten und gesellschaftspolitisch vernünftig.
Sie bedeutet keinen Paradigmenwechsel hin zu einer Drogenpolitik, die alles verharmlost - auch nicht, dass der Staat zum Dealer wird. Letzteres ist eine These von hartnäckigen Ideologen. Sie stammt aus einer Zeit, wo man das Heil in der Drogenbekämpfung fast ausschließlich in harter polizeilicher Repression sah.
Oder allzu nachgiebig die Dinge einfach treiben ließ. Aus falsch verstandener Liberalität. Mit Folgen, die in Hamburg mit offenen Drogenszenen etwa am Hauptbahnhof oder in der Schanze zu besichtigen waren. Kein Drogenabhängiger aber stirbt aus ideologischen Gründen, sondern in der Realität deutscher Großstädte. Auch in Hamburg.
Für die 75 in der Heroinambulanz behandelten Menschen bei uns bedeutet die neue Entwicklung auch dies: Sie brechen nicht mehr in Wohnungen ein, um Geld für neuen Stoff zu beschaffen. Kein Siechtum durch schmutzige Drogen, kein Tod.
Hamburg könnte aber auch weiter eine glaubwürdige Drogenpolitik betreiben. Die Polizei geht konsequent und hart gegen Dealer vor - und die soziale Gemeinschaft kümmert sich um die abhängigen Menschen.
Das ist moderne Politik.



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