Klimawandel und Kohlendioxid
Autobranche muss endlich handeln
Kommentar
Kältewelle in Kalifornien. Immer weniger Schnee in den Alpen. Der Klimawandel hinterlässt überall in der Welt seine sichtbaren Spuren. Kohlendioxid gilt dabei längst als Hauptverursacher des Treibhauseffekts. Das weiß heute fast jedes Kind. Nur die Autoindustrie lässt die Tatsache offenbar weitgehend kalt. Statt den Schadstoffausstoß ihrer Fahrzeuge drastisch zu reduzieren, steht sie weiter auf dem Gaspedal. Sportlichkeit und Komfort gelten mehr als der Schutz der Umwelt - und damit unserer Lebensbedingungen. Dieser Weg ist verantwortungslos.
Der Verkehr verursacht in Deutschland rund 20 Prozent aller CO2-Emissionen. Die Autobranche steht deshalb besonders in der Pflicht, ihren Beitrag zur Reduzierung des Klimakillers durch noch sparsamere Motoren zu leisten. Auf das Auto an sich will und soll niemand verzichten. Aber sind im Stadtverkehr tatsächlich Geländewagen und Limousinen mit gigantischem Spritverbrauch nötig? Hier sollte sich auch jeder Autofahrer selbst mal kritisch an die Nase fassen. Denn auch wir Verbraucher tragen Verantwortung für die Produkte, die wir wählen - und sind mit unserer Kaufentscheidung durchaus mächtig. Spätestens wenn kleine, pfiffige Autos noch stärker nachgefragt werden, wird auch die Industrie ihre Modellpalette ändern, um profitabel am Markt zu bestehen.
Besonders empörend in dem Fall ist auch, dass die Autoindustrie ihre "freiwillige Selbstverpflichtung" zur CO2-Reduzierung nicht eingehalten hat. Sie hat damit Vertrauen missbraucht. Ein Verhalten, das sicher nicht folgenlos bleibt. Es wäre jedenfalls durchaus zu verstehen, wenn die EU-Kommission künftig wieder einklagbare Gesetze oder Auflagen erlässt, statt sich auf leere Zusagen zu verlassen.



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