Videoüberwachung ist sinnvoll
Kommentar: Fahndungserfolg gegen Terroristen
Der Erfolg kam überraschend schnell: Nach der Öffentlichkeitsfahndung hat es nicht einmal eine Woche gedauert, bis die beiden mutmaßlichen Bahn-Bomber gefasst wurden. Ermittlungsbehörden und Geheimdienste der beteiligten Länder haben offensichtlich gut zusammengearbeitet. Im Libanon kursiert sogar die Version, der zweite Tatverdächtige sei von der dortigen Polizei zur Festnahme gelockt worden - ein eindeutiges Zeichen dafür, dass die meisten Libanesen mit Terrorismus nichts zu tun haben wollen.
In Deutschland heißt es, der Mann habe sich nach dem Druck durch die Öffentlichkeitsfahndung gestellt. Eins ist klar: Hätten die Ermittler keine Bilder vorliegen gehabt, hätten sie die beiden Tatverdächtigen nicht so schnell identifizieren können, wüssten vermutlich bis heute nicht, um wen es sich bei den Bahn-Bombern handelt. Die Videoüberwachung ist also bewiesenermaßen ein taugliches Instrument im Kampf gegen Terrorismus.
Doch - selbst eine womöglich flächendeckende - Überwachung durch Kameras kann nur zum Teil für Sicherheit sorgen. Wären die Anschläge wie geplant erfolgt, hätten die Kameras sie nicht verhindern können. Gegen Terroristen, die bereit sind, auch ihr eigenes Leben zu opfern, gibt es keinen Schutz. Kameras bieten zwar relativ sichere Beweismittel, doch sie sagen nichts über Motive und Zusammenhänge aus. Die Ermittler müssen jetzt die wirklich wichtigen Fragen klären: Steht hinter den geplanten Anschlägen eine terroristische Vereinigung? Wenn ja, wer sind die Hintermänner? Welche Strukturen müssen bekämpft werden? Dazu bedarf es einer umfänglichen Analyse durch kluge und kompetente Köpfe bei Geheimdiensten und Polizei - die können durch keine Kamera der Welt ersetzt werden.



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