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Deutschland

BKA-Chef Ziercke: Sachlich, ruhig und effizient

BERLIN. Jörg Ziercke hatte gestern Grund zur Freude: Die Festnahmen der beiden Bahn-Bomber waren ein Erfolg für das Bundeskriminalamt (BKA) und seinen Chef, der seit zweieinhalb Jahren an der Spitze der Behörde steht. Der 59-Jährige rückte nach den versuchten Anschlägen auf zwei Regionalzüge stärker als je zuvor ins Blickfeld der Öffentlichkeit. Sachlich und ruhig hat Ziercke in den vergangenen Tagen immer wieder über den Stand der Ermittlungen berichtet.

An der Spitze des BKA steht der verheiratete Vater von zwei erwachsenen Kindern seit Februar 2004. Seine Ernennung war eine Überraschung: Denn nachdem sein Vorgänger Ulrich Kersten im Zuge des Streits um einen einen BKA-Umzug seinen Stuhl räumen musste, fiel der Name Ziercke zunächst nicht. Doch als der damalige Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) ihn dann als neuen Behördenchef präsentierte, erntete der neue Chef viel Vorschusslorbeeren. Gelobt wurde vor allem die langjährige Erfahrung Zierckes im Polizeidienst.

"Ich habe die Arbeit von der Pike auf gelernt", sagte Ziercke nach seiner Ernennung. Nach dem Abitur ging der gebürtige Lübecker zunächst zur Bereitschaftspolizei. Danach machte er bei der Kriminalpolizei Karriere und wurde schließlich 1992 stellvertretender Abteilungsleiter Polizei im Kieler Innenministerium. Drei Jahre später rückte er an die Spitze dieser Abteilung. Von 1999 bis 2004 war er zudem Vorsitzender des Arbeitskreises II der Innenministerkonferenz, der sich mit der inneren Sicherheit befasst.

Schon beim Wechsel an die BKA-Spitze war klar, dass Ziercke und seine Mitarbeiter vor enormen Herausforderungen stehen. Doch selten ist dies so klar geworden wie in den vergangenen Tagen. Unaufgeregt, aber bestimmt bemüht sich Ziercke schon lange für erweiterte Befugnisse des BKA, die er im Kampf gegen den Terrorismus für unerlässlich hält. Darin dürfte der 59-Jährige auch nicht nachlassen, da trotz der erfolgreichen Fahndung nach den beiden mutmaßlichen Bombenlegern die Bedrohung bestehen bleibt. Und eins wird dabei auch Ziercke nicht müde zu betonen: Eine "hundertprozentige Sicherheit" könne es aber nicht geben.afp

 

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