15 000 Polizisten sollen Bush schützen
Präsidentenbesuch: In Stralsund 400 Kilometer Straßen gesperrt. Ankunft am 13. Juli. Geheimer Einsatzplan sieht gewaltige Sicherheitsmaßnahmen vor. Mecklenburg-Vorpommern bittet um Hilfe.
Hamburg. Fünf Wochen vor dem Besuch des US-Präsidenten George W. Bush bereitet sich die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern auf den größten Einsatz ihrer Geschichte vor. Das geht aus einem internen Schreiben des Schweriner Innenministeriums hervor, das dem Hamburger Abendblatt vorliegt. Gerechnet wird mit einem Aufgebot von bis zu 15 000 Polizisten. Diese erwartet damit nur wenige Tage nach dem Ende der Fußball-WM ein weiterer Großeinsatz und eine erneute Urlaubssperre. Bürger und Sommerurlauber werden Straßensperrungen in erheblichem Umfang in Kauf nehmen müssen.
Bush wird am Donnerstag, 13. Juli, in Rostock-Laage landen und einen Tag später von dort zum G-8-Gipfel in St. Petersburg wieder abfliegen. In dem internen Schreiben bittet Mecklenburg-Vorpommern die Bundesregierung und die anderen Landesregierungen, bis morgen Unterstützung anzubieten. Die Einsatzkräfte von Mecklenburg-Vorpommern werden für einen umfassenden Schutz von Bush nicht ausreichen. Dafür sind nach bisherigen Berechnungen allein etwa 7000 Bereitschaftspolizisten nötig. Hinzu kommen Sondereinsatzkommandos, Hubschrauberbesatzungen, Präzisionsschützen, Spürhunde und Taucher. Neben 33 Notärzten sollen sich möglichst auch 83 Rettungssanitäter und 13 Polizeiseelsorger bereithalten.
Außerdem werden die US-Sicherheitsspezialisten - wie bei allen Auslandsbesuchen ihres Präsidenten - nichts dem Zufall überlassen. In der Regel erkundet ein zwölfköpfiges Vorausteam die Reiseorte. Etwa 800 bis 1200 Spezialisten, darunter Scharfschützen, begleiten Bush immer auf Schritt und Tritt. Zugeschweißte Kanaldeckel und abgebaute Briefkästen gehören zu ihrer Anforderungsliste.
Der US-Präsident war von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eingeladen worden, ihre Heimatregion zu besuchen. Wo er übernachtet, steht noch nicht fest. In Frage käme dafür aber sicher die gut zu schützende Hotelanlage Heiligendamm direkt an der Ostsee, in der 2007 auch der G-8-Gipfel abgehalten werden soll.
Am Freitag, 14. Juli, will Bush zusammen mit Kanzlerin Merkel die Stadt Stralsund besuchen. Per Hubschrauber wird der amerikanische Präsident von einem Ort zum anderen gebracht. Als Ausweichstrecke wird ein Straßennetz von ingesamt 400 Kilometer Länge freigehalten.
Anders als bei seinem Besuch in Mainz 2005 soll der US-Präsident diesmal nicht komplett von der Öffentlichkeit abgeschirmt werden, sondern ein "Bad in der Menge" nehmen. Im Dorf Trinwillershagen ist außerdem eine Begegnung mit Einwohnern geplant.
Die rechtsextremistische NPD und mehrere Friedensorganisationen haben bereits Proteste gegen den Bush-Besuch angekündigt.



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