Fußball-WM: Mercedes-Busse dürfen nur mit Hyundai-Aufklebern fahren . . .
Das Prinzip all dieser Maßnahmen ist klar: Wer hohe Millionensummen für exklusive Werberechte zahlt, muß vor Wilderern geschützt werden. Schon 2002 schritt der Weltverband vor und während der WM in Japan und Südkorea rigoros gegen das sogenannte Ambush-Marketing ein. In 88 Ländern ließ er 3 124 976 Artikel konfiszieren.
Zwar gelingt es den Fifa-Hütern, 90 Prozent der strittigen Fälle in beiderseitigem Einvernehmen zu klären, doch munitionieren sich inzwischen hartnäckige Widersacher. Wie Ferrero, das nicht einsehen will, warum seinen Schokowaffeln Hanuta und Duplo nicht wie seit 1982 üblich Sammelbilder mit der Aufschrift "WM 2006" beigelegt werden dürfen. Der 1. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes in Karlsruhe will am 27. April in letzter Instanz den Widerspruch des Weltverbandes gegen ein Urteil des Bundespatentgerichts verhandeln. Das hatte 2005 der Schokofirma teilweise recht gegeben.
Ein sensibles Feld sind die Exklusivrechte der 15 internationalen Fifa-Partner und der sechs nationalen Förderer. Ihnen gewährt die Fifa Markenschutz, vor allem in der Bannmeile rund um die zwölf WM-Stadien. Das bringt die Städte bei der Veranstaltungsfinanzierung in Schwierigkeiten und führt teilweise zu skurrilen Verrenkungen.
Dabei wird der Grundsatz des Sponsorenschutzes von Konkurrenzfirmen wie Werbeagenturen akzeptiert. "Jeder will jetzt auf der WM-Welle mitsurfen", sagte Andre Kemper von der Agentur Kempertrautmann zum Abendblatt. "Da muß es härteste Regeln geben, sonst gibt es schnell Tausende von Ausnahmen." Kemper nutzte eine Nische und kreierte für seinen Kunden Media-Markt Werbebotschaften mit nicht geschützten Begriffen. So entstanden die Slogans "Wir holen den Titel" und "Beste Elf aller Zeiten". Fortsetzung folgt.
Sich nicht von der Fifa abschrecken zu lassen, das rät der Hamburger Anwalt Dr. Gerald Neben von der Kanzlei Lovells. Der Fußballweltverband, so Neben, bewege sich "in Deutschland rechtlich auf dünnem Eis". Winfried Hermann, sportpolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag, kündigt an: "Nach der WM ist eine Debatte über den Anspruch der Fifa und deren Sponsoren fällig, die zu weitgehend in bestehende Rechte eingreifen."



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