Der Besuch - "Partner für den Frieden": In Mainz erklären Schröder und Bush Streit um den Irak-Krieg für beendet.
Mit einer Demonstration der Einigkeit haben US-Präsident George Bush und Bundeskanzler Gerhard Schröder einen Neuanfang in den deutsch-amerikanischen Beziehungen eingeleitet. Beide Staatsmänner vereinbarten zweieinhalb Jahre nach dem Zerwürfnis wegen des Irak-Kriegs, daß Deutschland und die USA wieder vertrauensvoll zusammenarbeiten wollen. Bush sagte, Amerika brauche Europa, und lobte bei seinem zweiten Staatsbesuch die besondere Rolle Deutschlands: "Dieses großartige Land ist das Herz Europas."
Schröder zog bei dem Gipfeltreffen im Mainzer Schloß einen Schlußstrich unter den Irak-Streit. "Niemand wird bestreiten, daß es in der Vergangenheit Differenzen gegeben hat, aber das ist Vergangenheit", sagte er während der Pressekonferenz, bei der beide Politiker demonstrativ freundschaftlich miteinander umgingen. Auch Bush sagte, Meinungsunterschiede gehörten der Vergangenheit an. Heute seien beide Seiten "Partner für den Frieden".
Bush dankte Schröder für den "lebenswichtigen" deutschen Beitrag zum Wiederaufbau des Irak. "Ich verstehe vollständig die Begrenzung dieses Beitrags", fügte er mit Blick auf die deutsche Weigerung hinzu, im Irak selbst am Wiederaufbau von Armee und Polizei mitzuarbeiten. Schröder sicherte dem Gast einen Ausbau der deutschen Irak-Hilfe etwa beim Aufbau von Ministerien zu. Auch im Streit um den Vorstoß Schröders für eine Reform der Nato setzte Bush versöhnliche Akzente. Dies sei eine "gute Initiative".
Schröder lobte die Rolle der USA im Nahen Osten und die Unterstützung für Deutschlands Einheit vor 15 Jahren. Heute seien beide Länder "gleichberechtigte Freunde, Partner und Verbündete". Rund 10 000 Polizisten sicherten den achtstündigen Aufenthalt Bushs. Etwa 12 000 Demonstranten protestierten friedlich gegen den Besuch. Am Abend reiste der US-Präsident weiter in die Slowakei. Berichte S. 2 und 3
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