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Deutschland

Presse-Echo: Notlösung und Glücksfall

"Express" (Köln): Horst Köhler - nie gehört, wer ist das? Das fragten sich sicher die meisten Deutschen, als die drei Präsidenten-Schacherer Merkel, Stoiber und Westerwelle endlich ihren letzten Kandidaten aus dem Hut gezaubert hatten.

"Süddeutsche Zeitung": Angela Merkel ist eine Machiavellistin von eher ungeschlachtem Ehrgeiz. Wenn es ihr Ziel war, Schäuble zu verhindern - dann hat sie nun einen Pyrrhus-Sieg errungen: Ihre eigenen Verluste sind zu hoch.

"Der Tagesspiegel": In der Politik ist nichts attraktiver als der Erfolg, und erfolgreich war CDU-Chefin Angela Merkel: Sie hat den Liberalen die Koalitionsaussage für 2006 abgetrotzt. Und sie hat ihre Chancen gewahrt, beim heimlichen Unterthema dieser Präsidentenkür. Wer wird die potenzielle Koalition in den Wahlkampf führen? Am ehesten wohl die, die sie zusammengezimmert hat.

"Handelsblatt": Köhler ist eine Notlösung, die sich als Glücksfall erweisen könnte. Er ist befähigt, den Deutschen die Globalisierung näher zu bringen, die Nabelschau zu beenden und die Notwendigkeit von Sozialreformen zu erklären.

"Heilbronner Stimme": Der einstige Finanz-Staatssekretär und Chef-Unterhändler im Kabinett Kohl hat das Zeug, ein bedeutender Präsident zu werden: Er ist kein verdienter Parteigänger, der ins höchste Staatsamt weggelobt oder mit diesem Posten belohnt wird.

"Kieler Nachrichten": Kann einer, der die Welt nach den Gesetzen der Ökonomie erklärt, ein warmherziger Präsident werden? Das wohl nicht gerade. Aber vielleicht braucht dieses Land nach dem Bruder Johannes, der die Bürger in die Arme schloss, auch eher einen Präsidenten, der sie wachrüttelt.

 

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