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Deutschland

Nach dem Laufen die Heide fegen?

Behörden-Irrsinn Teil 2: Fischbeks Leichtathleten - total verrannt im Sägemehl.

Hamburg. Was Andre Schepanski am Sonntag, den 30. November, machen wird, weiß er ganz genau: "Ich werde mit etwa 200 anderen Sportkollegen unserer Leichtathletik-Gemeinschaft durch das Naturschutzgebiet Fischbeker Heide laufen." Grimmig fügt er hinzu: "Von mir aus soll uns die Polizei dafür festnehmen!"

Dass sich der sportliche Leiter der LG Hausbruch-Neugraben-Fischbek Sorge um seine Bewegungsfreiheit machen muss, hat mit dem Amt für Naturschutz und Landschaftspflege der Hamburger Behörde für Umwelt und Gesundheit zu tun. Konkret geht es dabei um Sägespäne. Genauer gesagt, um Richtungspfeile aus Haustierstreu, die im Naturschutzgebiet für die regelmäßigen Winterlaufveranstaltungen der LG auf einer Zehn-Kilometer-Schleife ausgelegt sind.

Weil diese rund 30 Richtungspfeile jedoch nach dem letzten Lauf am 26. Oktober nicht auseinander geharkt wurden, hat die Behörde jede weitere Veranstaltung in dem Naturschutzgebiet verboten. Begründung: Verstoß gegen die Genehmigungsbestimmungen vom 19. 12. 2002. Darin steht unter Ziffer 4e: "Die Laufstrecke wird markiert mit Pfeilen aus Sägespänen (maximal ca. 2,00 m lang). Diese Markierungen sind nach der Veranstaltung auf den Wegen zu verteilen."

Schepanski gibt zu: "Das haben wir nicht gemacht." Allerdings weist der LG-Leiter darauf hin, dass man nicht "gewöhnliche Sägespäne aus dem Baumarkt" ausstreue. Im Gegenteil: Es handle sich um Streu aus dem örtlichen Heimtierbedarfshandel "Futternapf" - "unbehandeltes Weichholz, 100-prozentig kompostierbar und garantiert frei von Schadstoffen".

Die Laufgemeinschaft hat Widerspruch gegen das Verbot eingelegt. Bis jetzt aber ohne Erfolg. Die zuständige Mitarbeiterin der Behörde teilte Schepanski mit, dass "für einen erneuten Antrag auf Befreiung die Kennzeichnung der Laufstrecke mit wieder verwendbaren Schildern o. ä." erfolgen müsse. Das "Ausbringen von Sägespänen" werde aber nicht genehmigt. Schepanski versteht die Welt nicht mehr: "Wenn wir also Plastikschilder in den Wald stellen, dürfen wir laufen. Streuen wir aber kompostierbare, schadstofffreie Späne aus, wird es verboten. Das ist doch der totale Irrsinn!"

Die Umweltbehörde sieht das im Grunde ähnlich. "Uns ist dringend daran gelegen, dass die Sache schleunigst aus der Welt kommt", sagt Sprecher Volker Dumann. "Allerdings muss sich Herr Schepanski wie alle anderen an die Auflagen halten." Und die lauteten nun mal: die Pfeile auseinander fegen.

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