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Deutschland

Kabinett verabschiedet Gesetzesentwurf

Solarienverbot für Jugendliche

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren dürfen nach dem Willen der Bundesregierung künftig nicht mehr auf die Sonnenbank. Das sieht ein Gesetzesentwurf im Bundesumweltministerium vor. Ziel ist, junge Menschen stärker vor Hautkrebs zu schützen.


Foto: picture-alliance / dpa

Berlin. Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren soll wird der Besuch von Solarien künftig untersagt werden. Die Bundesregierung billigte einen entsprechenden Gesetzentwurf. Ziel ist der Schutz vor Hautkrebs und Gesundheitsschäden durch zu viel UV-Strahlung. In Deutschland erkranken bis zu 140 000 Menschen pro Jahr an Hautkrebs, 22 000 davon am besonders gefährlichen Schwarzen Hautkrebs.

In dem Gesetzentwurf heißt es kritisch, dass für viele Jugendliche der regelmäßige Gang ins Sonnenstudio schon zum Alltag gehört. Sonnenbrände, frühzeitige Hautalterung und letztlich die Krebsgefahr würden meist außer acht gelassen. "Oftmals fehlt es auch an einer fachkundigen Beratung durch qualifiziertes Personal und an einer Kennzeichnung der Geräte", heißt es weiter. In der Praxis gebe es deswegen immer wieder Verbrennungsfälle.

Nach einer gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft für Dermatologische Prävention (ADP) erstellten Studie hat mehr als ein Viertel der derzeit 14 Millionen Nutzer von Solarien bereits zwischen zehn und 17 mit dem künstlichen Bräunen angefangen. Die Krebshilfe warnte jüngst: "Wer vor dem 35. Lebensjahr mit der Solariennutzung beginnt, verdoppelt nahezu sein Risiko, später an dem gefährlichen Schwarzen Hautkrebs zu erkranken."

Experten begrüßten des Gesetzesentwurf. Thomas Stavermann vom Bundesverband der Hautärzte sagte: "Die Patienten sitzen reihenweise in den Praxen und haben Hautkrebs durch falschen Umgang mit der Sonne." Weiter sagte Stavermann im MDR Info, die Schädigung durch UV-Strahlen sei gerade im Alter zwischen neun und 18 Jahren besonders gefährlich. Der unkontrollierte Besuch in Solarien führe zu Hautkrebs bereits bei Jugendlichen und im frühen Erwachsenen-Alter. "Das ist ein schöner Tag für Deutschlands Haut", sagte Eggert Stockfleth, Leiter des Hauttumor-Zentrums am Universitätsklinikum Charite in Berlin. Die Entscheidung sei "sehr sinnvoll" angesichts der Zunahme von Hautkrebserkrankungen in Deutschland von sieben bis zehn Prozent pro Jahr. Auch Stockfleth betonte, Jugendliche Haut sei vor schädlichen Sonnenstrahlen deutlich weniger geschützt als die eines Älteren. "Lichtschwielen" bildeten sich erst im späteren Leben.

Untersuchungen haben gezeigt, dass jede zweite 14-Jährige einmal pro Woche ins Sonnenstudio geht. Eine bedenkliche Zahl: Denn je öfter ein Mensch seit frühester Kindheit der Sonnenbestrahlung ausgesetzt war, umso ist höher sein Hautkrebsrisiko. "60 Prozent der UV-Belastung nimmt der Körper in jungen Jahren auf", sagte Stockfleth.

Ein Spaßverderber will der Experte aber auch nicht sein: "Ich sage nicht, dass Sie nie in die Sonne dürfen." Ein gemäßigter Umgang sei in Ordnung wenn die Haut entsprechend geschützt wird: Bei schönem Wetter sei die Sonne zwischen elf und 15 Uhr zu meiden. Außerdem sollten Körper und Kopf mit leichter Kleidung und einem Hut vor der schädlichen UV-Strahlung geschützt werden.HA

 

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