400 Kilo Sprengstoff gemixt
Terrorprozess gegen Sauerland-Gruppe ab 24. März
47 Verhandlungstage bis August sind angesetzt: Der Prozess gegen die „Sauerland-Terrorgruppe“ vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht, der am 24. März beginnt, wird ebenso spektakulär wie die Anschlagsplanungen des Trios.
Foto: dpa
Düsseldorf. Die Bundesanwaltschaft wirft den beiden zum Islam konvertierten Deutschen Fritz G. und Daniel S. sowie dem Türken Adem Y. Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung vor sowie Mitgliedschaft bei Fritz G. auch Rädelsführerschaft in einer inländischen terroristischen Vereinigung, Vorbereitung eines Sprengstoffverbrechens sowie Verabredung zum Mord und zu einem Sprengstoffverbrechen.
Daniel S. wird darüber hinaus versuchter Mord zur Last gelegt, weil er bei seiner Festnahme geschossen haben soll. Die Männer hätten geplant, Sprengstoffanschläge insbesondere gegen amerikanische Staatsbürger und US-amerikanische Einrichtungen mit einer möglichst hohen Opferzahl zu begehen. Mögliche Tatorte waren nach Angaben der Bundesanwaltschaft unter anderem Frankfurt am Main, Ramstein, Dortmund, Düsseldorf, Köln, Stuttgart und München. Das Trio war am 4. September 2007 in einer spektakulären Aktion im sauerländischen Medebach-Oberschledorn festgenommen worden. Schon vor der Festnahme hatten Ermittler heimlich die zwölf Fässer mit Chemikalien für den Bombenbau ausgetauscht, um jede Gefahr für die Bevölkerung auszuschließen.
Noch vor Prozesseröffnung will der 6. Strafsenat des Düsseldorfer Oberlandesgerichts entscheiden, ob auch die Anklage gegen einen mutmaßlichen vierten Mittäter der "Sauerland-Gruppe", Atilla S., in das Düsseldorfer Verfahren einbezogen wird.
Das Verfahren findet im Hochsicherheitstrakt des Oberlandesgerichts statt. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft gehörten die Angeklagten der der Islamischen Dschihad Union an, die Kontakte zur a-Qaida unterhält. Nach ihrer Ausbildung im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet seien sie nach Deutschland zurückgekehrt, um "hier im Sinne der Dschihad Union selbst für den ’Heiligen Krieg’ tätig zu werden", schrieb die Bundesanwaltschaft. Fritz G. habe ab Dezember 2006 mit Anschlagsvorbereitungen begonnen. Im Laufe der Zeit habe er neun Fässer mit 35-prozentiger Wasserstoffperoxid-Lösung gekauft. Die Angeschuldigten hätten vorgehabt, das Wasserstoffperoxid zu konzentrieren und eine hochexplosive Sprengstoffmischung herzustellen. "Die von ihnen bezogene Menge hätte eine explosive Mischung von 550 Kilogramm ergeben, vergleichbar mit der Sprengkraft von etwa 410 Kilogramm TNT", schrieb die Bundesanwaltschaft.
Ab dem 31. August hätten die Männer dann ein Ferienhaus im Sauerland angemietet und damit begonnen, Zünder zusammenzubauen und die Wasserstoffperoxid-Lösung aufzukochen. Dort wurden sie am 4. September festgenommen.
Auf Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung steht eine Höchststrafe von zehn Jahren. Versuchter Mord kann mit einer lebenslangen Haftstrafe geahndet werden.




100. Geburtstag
Axel Springer





Branchenbuch Hamburg
Abendblatt auf Facebook

Das Rätsel des Tages




