LKA: Sie hinterließen Abschiedsbriefe
Attentatsverdacht: Terroristen in Köln aus dem Flugzeug geholt
Die Männer waren angeblich auf dem Weg in ein Ausbildungscamp in Pakistan.
Köln/Bonn. Es ist morgens 6.55 Uhr auf dem Flughafen Köln-Bonn. Die KLM-Maschine 1804 nach Amsterdam hat die Startfreigabe bekommen, noch zehn Minuten. 48 Passagiere haben sich angeschnallt. In diesem Moment kommen Bundespolizisten an Bord und verhaften den 24 Jahre alten Omar D., ein in Somalia geborener Deutscher, und den Somalier Abdirazak B. (23) in ihren Sitzen.
Vermutlich verhindern sie damit viele Tote und Verletzte, denn die beiden wollten nach Erkenntnissen der Polizei als islamistische Selbstmordattentäter sterben. Entsprechende Abschiedsbriefe seien gefunden worden.
"Das Ganze kommt nicht überraschend", sagt der Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg, dem Abendblatt. "Wir wissen seit Langem, dass in Deutschland Menschen leben, die zu Selbstmordanschlägen bereit sind." Er warnt vor weiteren Attentätern. Das Bundesinnenministerium sagte allerdings, es gebe weiterhin keine konkrete Anschlagsgefahr. "Es bleibt bei der Einschätzung, dass wir im Fadenkreuz des Terrorismus stehen", so eine Sprecherin. Die beiden Festgenommenen lebten laut Polizei zuletzt in Nordrhein-Westfalen und standen länger unter Beobachtung. Es bestehe nicht der Verdacht, dass sie das Flugzeug hätten entführen wollen.
Mehr allerdings wollte das Landeskriminalamt (LKA) Nordrhein-Westfalen nicht preisgeben. Welcher konkrete Vorwurf den beiden Männern gemacht wird, ob und wann sie dem Haftrichter vorgeführt werden sollen, blieb ebenso unklar wie die Spur, die die Polizei zu den Männern führte.
Der "Tagesspiegel" berichtet, sie seien auf dem Weg nach Pakistan in ein Ausbildungscamp der Islamischen Dschihad Union (IJU) gewesen. Dort haben sich auch die beiden Terrorverdächtigen Eric Breininger und Houssain al-Malla zu Attentätern ausbilden lassen. Nach ihnen sucht die Bundesanwaltschaft seit Donnerstag in öffentlicher Fahndung. Vermutlich sind sie auf dem Weg nach Deutschland. Was sie planen, ist ungewiss. Eine Verbindung zwischen den Gesuchten und den Festgenommenen soll es allerdings nicht geben.



100. Geburtstag
Axel Springer





Branchenbuch Hamburg
Abendblatt auf Facebook

Das Rätsel des Tages




