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Deutschland

Jura-Studenten lernen in Hamburg, um ihre Heimat Kosovo mit aufzubauen

Hamburg. "Mit dem Herzen bin ich zu Hause im Kosovo, mit dem Kopf in Hamburg." Dren Doli gibt seine Gefühle genau wieder. Aber der Jura-Student aus dem Kosovo hat ein Ziel: "Ich möchte mehr wissen, um meiner Heimat helfen zu können."

Zusammen mit zwölf anderen Juristinnen und Juristen aus der früheren serbischen Provinz studiert der 21-Jährige seit drei Wochen am Europa-Kolleg in Groß Flottbek. Die Gruppe nimmt zehn Monate lang am Postgraduierten-Studiengang "Master of European Studies" der Uni Hamburg teil.

Alle haben Stipendien der Europäischen Agentur für Wiederaufbau (EAR) und bereits in ihrer Heimat in Regierung und Verwaltung gearbeitet. Von Jahresbeginn 2009 an sollen sie für mindestens drei Jahre wieder im Kosovo tätig sein. "Sonst müssen die Juristen ihre Stipendien zurückzahlen", erläutert Jura-Professor Thomas Bruha, einer der Dozenten.

"Wir sind glücklich über die Unabhängigkeit des Kosovo, aber wir wissen auch, dass jeder Einzelne jetzt mehr Verantwortung übernehmen muss, damit das Land auf die Beine kommt", sagt Lulzim Beqiri (36). Langfristiges Ziel des Kosovo sei eine Mitgliedschaft in der Europäischen Union. "Darauf müssen alle Gesetze, Vorschriften und Erlasse von Regierung und Verwaltung ausgerichtet werden", ergänzt Evliana Berani (46), die lange als Journalistin gearbeitet hat. "Deshalb will ich hier so viel wie möglich lernen, um meinem Land etwas zurückgeben zu können."

Das will auch Slavica Cvijovic. Aber die 49-Jährige fühlt sich als Kosovo-Serbin zwischen den Stühlen. "Ich bin Verwaltungsbeamtin meines Landes und dem Kosovo gegenüber loyal. Aber ich spüre gleichzeitig, dass mich die Ängste der serbischen Bevölkerung auch berühren." Von daher sei es wohl ganz gut, dass sie die Entwicklung im Kosovo aus der Distanz verfolge.

Die anderen zwölf Studentinnen und Studenten freuen sich, dass Slavica zu ihnen gehört, und haben ihretwegen am Sonntag auf eine Unabhängigkeitsparty verzichtet. "Die Gleichberechtigung der Volksgruppen soll doch die Basis für eine friedliche Zukunft des Kosovo sein", sagt Lulzim Beqiri. "Und das gilt auch für uns hier in Hamburg."

 

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