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Deutschland

Springer: Erklärung des Verlages nach Mindestlohnentscheidung

Kein Geld mehr vom Mehrheitseigner für PIN

BERLIN. Die Axel Springer AG hat sich nach der Entscheidung im Bundestag gegen eine weitere Finanzierung ihrer Brieftochter PIN Group entschieden. "Mit einem gesetzlich verordneten Branchenmindestlohn für Briefzusteller von neun Euro im Osten und 9,80 Euro im Westen werden die Kosten des Aufbaus von Unternehmen, die der Deutschen Post erfolgreich regional und bundesweit Konkurrenz machen können, zu stark belastet", begründete der Konzern seine Entscheidung, der mit 63,7 Prozent die Mehrheit an PIN hält. "Damit wird Wettbewerb nicht nur massiv behindert, sondern praktisch unmöglich."

Der Durchschnittslohn der PIN-Beschäftigten betrage bereits heute 7,40 Euro, in Berlin sogar mehr als 8,20 Euro und liegt damit über dem ursprünglich geforderten Mindestlohn von 7,50 Euro, so das Medienhaus. Die Axel Springer AG hatte bei ihrer Investition in PIN unterstellt, dass die Privatisierung des Postsektors für die neuen Wettbewerber faire Rahmenbedingungen schaffe. Dies wäre nur der Fall gewesen, wenn der Mindestlohn nicht verabschiedet oder auf maximal 7,50 Euro festgelegt sowie die Deutsche Post zur Zahlung der vollen Mehrwertsteuer verpflichtet worden wäre, hieß es in einer Mitteilung.

Die Axel Springer AG hatte in den vergangenen zwei Jahren rund 620 Millionen Euro in die PIN Group investiert und mit anderen Gesellschaftern - darunter die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, Madsack und die WAZ-Mediengruppe - den zweitgrößten Briefdienstleister mit mehr als 9000 Arbeitsplätzen aufgebaut. Ziel war es, bis 2010 insgesamt 30 000 Arbeitsplätze zu schaffen. Die Axel Springer AG ist nach der Mindestlohnpflicht jedoch bereit, ihre Mehrheit an PIN abzugeben, "wenn Minderheitsgesellschafter und neue Investoren ausreichend Mittel zur Verfügung stellen, um eine wirtschaftliche Perspektive für die PIN Group in neuer Positionierung zu ermöglichen". So bot Unternehmenschef Günter Thiel an, das Unternehmen weiterzuführen. Eine Entscheidung darüber ist noch nicht gefallen.HA

 

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