Schleswig-Holstein mit drei Projekten erfolgreich - der Osten geht leer aus
Im Rennen um die Millionensummen für Spitzenforschung haben Wissenschaftler aus Schleswig-Holstein alle drei Projektanträge durchgesetzt. Damit können in den nächsten fünf Jahren rund 45 Millionen Euro in Vorhaben in Medizin, Informatik und Geisteswissenschaften fließen. Danach bekommt das Projekt "Entzündungsforschung" in der zweiten Runde der Exzellenzinitiative 35 Millionen Euro. Beteiligt sind 130 Wissenschaftler der Universitäten Kiel, Lübeck und des Forschungszentrums Borstel (Kreis Segeberg). Zehn Millionen Euro gibt es für zwei Graduiertenschulen (Weiterbildung für Doktoranden und junge Wissenschaftler) der Universitäten Kiel und Lübeck.
Von einem grandiosen Erfolg sprachen Ministerpräsident Peter Harry Carstensen und Wissenschaftsminister Dietrich Austermann (beide CDU). Der Norden rangiere im obersten Drittel aller Bundesländer, sagte Austermann. "Damit ist endgültig belegt, dass wir nach dem Sieg unserer Meeresforscher im vergangenen Jahr im Bereich der Medizin in Deutschland an der Spitze stehen."
Während sich die neuen Elite-Unis in Aachen (Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule), Berlin (FU), Heidelberg, Konstanz, Göttingen
und Freiburg freuen können, gibt es andernorts Kritik: Sachsen-Anhalts Kultusminister Jan-Hendrik Olbertz (parteilos) wies darauf hin, dass es in den ostdeutschen Flächenländern keine Elite-Uni gebe und sich auch kein Exzellenzcluster habe durchsetzen können. Dagegen sagte der Berliner Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner (SPD): "Es ist eine Aufbruchstimmung in der Wissenschaft zu spüren, die alle unsere Erwartungen übertrifft." Das internationale Renommee der Einrichtungen und der Wissenschaftler sowie der Glaube an die eigene Stärke in Deutschland hätten einen "entscheidenden Sprung genommen".



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